Forschungszentrum Jülich im Dialog mit seinen Nachbarn

Von: Volker Uerlings
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Jülich. Das ist keine Überraschung: Das Gesprächsangebot des Forschungszentrums Jülich an seine Nachbarschaft wurde auf breiter Basis angenommen.

Beim ersten „Jülicher Nachbarschaftsdialog“ war die Neugier groß. In der gläsernen Blumenhalle des Brückenkopf-Parks war das Klima angesichts frühsommerlicher Temperaturen schwül, die Gesprächsatmosphäre aber sei durch die Bank gut gewesen, wie mehrere Teilnehmer nach der nichtöffentlichen Zusammenkunft übereinstimmend darlegten. Ein erstes Ergebnis sind vier festgelegte Themenfelder, die in der Zukunft konkret unter die Lupe genommen werden.

Bürgermeister Heinrich Stommel war einer von mehreren städtischen Vertretern. Er betrachtet den Gesprächskreis nach der Premiere so: „Das ist eine einmalige Chance, ein produktives Netzwerk zu installieren und dauerhaft ans Laufen zu kriegen. Das ist so in Jülich noch nicht da gewesen.“ Neben der Stadt nämlich saßen Vertreter der Kirchen, der Nachbarortsteile (Daubenrath), der Fachhochschule, der Industrie und anderer gesellschaftlicher Gruppen mit dem Vorstandschef des Forschungszentrums, Professor Wolfgang Marquardt, an einem Tisch. Moderiert wurde die Runde von Ralf Eggert, Geschäftsführer des IFOK-Instituts. IFOK steht für Institut für Organisationskommunikation.

Die vier Themenfelder sind vielschichtig: Leben und Arbeiten in Jülich; Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Jülich; Bildung und Perspektive für Jugendliche; Arbeit des Forschungszentrums.

Diese Bereiche beinhalten die Wohnortqualität Jülichs für FZJ-, aber auch FH-Beschäftigte ebenso wie Integration durch Angebote für ausländische Jugendliche, den Wissenschaftstransfer, Ausgründungen, ethische Fragen bis hin – natürlich – zum Umgang mit den Brennelementen.

Insel-Dasein

Vorstandschef Wolfgang Marquardt beschreibt die Erwartungshaltung des FZJ an den Nachbarschaftsdialog: „Die Motivation ist, Wissen über das zu erzeugen, was hinter dem Zaun passiert.“ Die Großforschungseinrichtung fristet in gewisser Weise ein Insel-Dasein. Ist das Wissen da, dann wachse auch Vertrauen, dann könne man sachlich diskutieren und schließlich auch konkrete Maßnahmen entwickeln, sagte Marquardt gegenüber unserer Zeitung.

Moderator Ralf Eggert konkretisiert: Ergebnisse könnten einzelne Veranstaltungen ebenso sein wie ein Arbeitspapier oder ein größeres Projekt. Wolfgang Marquardt bleibt da ganz Wissenschaftler: „Was dabei herauskommt? Lernen im Prozess - es ist ein Experiment.“

Bei der ersten Runde des Jülicher Nachbarschaftsdialogs waren 20 von 25 eingeladenen Institutionen dabei, fünf fehlten entschuldigt, darunter auch Vertreter von attac und Gegner der Atommülltransporte.

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