Forschungszentrum: 195 Wissenschaftler unter einem Dach

Von: Guido Jansen
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So soll der Biologiecampus aussehen, wenn er Anfang 2020 fertig wird. Drei unterschiedliche Forschungsbereiche finden hier Platz. Grafik: Rohdecan Architekten GmbH
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Offizieller Baubeginn war mit dem Spatenstich. Allerdings ist die Grube für das Fundament vorher bereits ausgehoben. Foto: Jansen

Jülich. Baustelle Forschungszentrum (FZJ): Die Straße direkt hinter dem Haupteingang wird noch in den kommenden Wochen bearbeitet, im äußersten Nordwesten der Forschungs-Kleinstadt dominieren zwei sportplatzgroße Baugruben das Szenario.

Aus der einen erwächst gerade die größte Kindertagesstätte des Kreises Düren, die Kita „Kleine Füchse“. Und auf der anderen Straßenseite war am Donnerstag Spatenstich für ein 28,4 Millionen Euro teures Bauprojekt. Für März 2020 ist die Schlüsselübergabe geplant für das Gebäude, dessen Name Biologiecampus die drei räumlich zusammengerückten Institute erfassen soll.

Ab 2020 arbeiten die 195 Mitarbeiter der Biotechnologie, der Zellulären Biophysik und der Agrosphäre in einem Gebäude. „Das Forschungszentrum ist gewachsen und wächst weiter“, erklärte Vorstandsmitglied Prof. Harald Bolt, warum der Neubau notwendig ist. „Außerdem sind manche Gebäude nicht mehr in einem Zustand, dass es sinnvoll ist, sie weiterzubetreiben.“

Einige der älteren Gebäude sind nicht mehr in der Lage, dem Wachstum an Mitarbeitern und den Anforderungen neuer Forschungsmethoden gerecht zu werden. 17,4 Millionen Euro übernimmt das Bundesforschungsministerium, 10,9 Millionen Euro steuert das Land NRW bei. Thomas Rachel, CDU-Bundestagsabgeordneter aus Düren, war beim Spatenstich in seiner Funktion als Staatssekretär am Bundesforschungsministerium dabei. Er bezeichnete den Biologiecampus als Meilenstein im Masterplan des FZJ. „Hier in Jülich wird nach Lösungen für die großen gesellschaftlichen Herausforderungen gesucht.

Die Bioökonomie ist dabei ein neuer, großer Schwerpunkt.“ Das Forschungsministerium gebe jährlich 2,4 Milliarden Euro aus, damit Deutschland im Bereich Bioökonomie in der Weltspitze dabei ist. Beate Wieland vom Landeswissenschaftsministerium sprach davon, dass die „räumliche Zusammenfassung zu wissenschaftlichen Synergien führt“.

Kurze Wege

Die Leiter der drei Bereiche, die ab 2020 unter einem Dach forschen, formulierten alle ihre eigenen Vorteile der künftigen Heimat. „Unsere Mitarbeiter müssen viel im Labor arbeiten, aber im Zuge der Digitalisierung auch immer mehr im Büro. Jetzt sind die Wege kurz“, sprach Michael Bott von der Biotechnologie davon, dass im neuen Gebäude 40 Labore und 44 Büros für sie vorgesehen sind. Die Forscher der Jülicher Biotechnologie arbeiten unter anderem daran, Ersatz für Erdöl zu finden, der umweltverträglicher ist und nicht zu Lasten der fossilen Energieträger geht.

Das stark verkürzt wiedergegebene Ziel der Biophysiker lautet, die Signalverarbeitung in den Nervenzellen zu verstehen. Unter anderem wollen sie die Unterschiede zwischen der Funktion eines gesunden und eines erkrankten Gehirns erkennen. „Früher konnten wir von den Verfahren nur träumen, die uns heute zur Verfügung stehen“, sagte Prof. Christoph Fahlke. „In dem Neubau erhalten wir die Chance, hochsensitive Experimente durchzuführen“, sprach er von einer besseren Infrastruktur für die Forschung.

Prof. Harry Vereecken von der Agrosphäre formulierte zunächst einen wissenschaftlich weniger komplexen, aber höchst praktischen Gedanken. „Wir sind froh, dass wir im neuen Biologiecampus parterre sitzen. So brauchen wir die Bodenproben nicht durch die Etagen zu transportieren.“ Die Aussage gewinnt angesichts der Größe der Bodenproben an Gewicht. Die sind oft kubikmetergroß. „Wir wollen den Austausch zwischen Boden, Pflanzen und Atmosphäre besser verstehen“, erklärte Vereecken.

Dabei hätten es die Forscher mit der komplexesten Materie überhaupt zu tun: dem Boden. „Im neuen Gebäude haben wir umfangreiche Möglichkeiten, Experimente durchzuführen“, betonte auch er die Vorteile der künftigen Heimat.

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