Flüchtlingscamp: Jülich sendet Signal der Hilfsbereitschaft

Von: Volker Uerlings
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Hilfsbereitschaft
Zwischen 400 und 500 Menschen aus Jülich verfolgten die Informationsveranstaltung über die Flüchtlingseinrichtung auf der Merscher Höhe in der Stadthalle. Foto: Guido Jansen
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Bürgermeister Axel Fuchs stellten sich den Fragen der Bürger. Foto: Guido Jansen

Jülich. Zwischen 400 und 500 Bürger verfolgten am Montagabend eine bemerkenswerte Informationsveranstaltung der Bezirksregierung zum Flüchtlingscamp für 1000 Menschen auf der Merscher Höhe in Jülich. Bemerkenswert war die Atmosphäre, denn es gab in über zwei Stunden nicht eine unsachliche Äußerung – im Gegenteil.

Die Jülicherinnen und Jülicher wollten vor allem wissen, wie sie helfen können. Von daher ging von der Veranstaltung, der auch die Bürgermeister von Titz, Niederzier und Kreuzau beiwohnten, in erster Linie ein Signal der Hilfsbereitschaft aus. Viel Applaus gab es für die Vertreter des Camp-Betreibers, das Rote Kreuz Jülich.

Diese Stimmung beeindruckte auch Wilhelm Steitz, den stellvertretenden Regierungspräsidenten. Er sagte zum Abschluss: „Ich fühle mich jetzt in der Standortwahl sehr bestätigt.“ Bürgermeister Axel Fuchs sah das ähnlich. Sein Resümee in der Stadthalle: „Ohne braune Soße, ohne unsinnige Zwischenrufe: Genau das ist Jülich. Darauf können wir stolz sein.“

Steitz hatte zu Beginn sehr schnell verdeutlicht, warum die Bezirksregierung unter Druck steht: „Die Kapazitäten reichen überhaupt nicht mehr aus. Früher kamen 20.000 pro Jahr – jetzt pro Woche.“ Das vormals geordnete System sei so angespannt, dass eben auch Turnhallen und Schulen zur Erstunterbringung genutzt würden. Das soll sich ändern. Steitz: „Bis Ende Februar wollen wir die Nutzungskonflikte aus der Welt schaffen.“

Die Einrichtung auf der Merscher Höhe leistet dazu einen Beitrag und bringt dem Nordkreis auch etwas: Die bis zu 1000 Zufluchtsuchenden werden auf das Kontingent der Stadt angerechnet – Jülich bekommt eine zeitlang keine Dauer-Flüchtlinge mit Bleibeperspektive zugewiesen und damit eine Atempause. Das Camp wächst rasant und ist laut Steitz in „zwei bis drei Wochen fertig“.

Dann empfängt das Team des Deutschen Roten Kreuzes (Kreisverband Jülich) unter Leitung von Sabine Günnel die ersten 200 Menschen. Günnel machte für das DRK klar, dass sich die Hilfsorganisation nicht überreden lassen musste, sondern selbst auf die Bezirksregierung zugegangen ist.

Die Erstaufnahmeeinrichtung in der Herzogstadt ist keine Zuhause auf Dauer, bis über die Asylanträge entschieden. Die Menschen bleiben in der Regel bis zu einem Monat, in Ausnahmen auch etwas länger, erklärte der stellvertretende Regierungspräsident und sagt auch, was das für die Integrationshelfer bedeutet: „Sie werden keine Freundschaften fürs Leben schließen können.“ Dennoch sei das freiwillige Engagement bei der Betreuung der Flüchtlinge enorm wichtig, weil der „erste Eindruck entscheidend ist“.

Möglichkeiten hierzu gibt es reichlich, wie Sabine Günnel vom DRK darlegte.

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