Flüchtlinge: Erstunterkunft soll schon bald stehen

Von: Volker Uerlings
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Rechts und links dieses Weges werden die „fliegenden Bauten“ der Jülicher Erstaufnahmeeinrichtung für 1000 Flüchtlinge platziert. Zwei Jülicher Tiefbauunternehmen sind dabei, die Flächen herzurichten. Mitte November soll das Areal bezugsfertig sein. Der erste Abschnitt des geplanten Gewerbegebietes liegt praktisch hinter der Baumreihe im Bildhintergrund (nahe Von-Schöfer-Ring). Foto: Uerlings

Jülich. Auf der Merscher Höhe entsteht in den nächsten vier Wochen eine regelrechte Zeltstadt, um 1000 Flüchtlingen ein erstes Dach über dem Kopf zu bieten. Weil immer mehr Menschen Zuflucht suchen, ist der ursprüngliche Zeitplan hinfällig, in dem die Realisierung binnen sechs Monaten bis Februar vorgesehen war.

Die Bezirksregierung Köln als ausführende Stelle des Landes drückt aufs Tempo. Die Stadt Jülich und ihre Tochter Stadtentwicklungsgesellschaft mbH (SEG) als Grundstücksbesitzer sind mit der Vorbereitung beauftragt.

Weil es schnell gehen muss, hat die Kölner Behörde auch von ihrer Absicht, Wohncontainer aufzustellen, Abstand genommen. Zum Einsatz kommen nun etwa 30 große Zelte mit festen Wänden, davon 15 Wohnzelte, die wintertauglich sind, wie Thomas Mülheims im Gespräch mit unserer Redaktion erklärte: „Sie werden mit Dieselheizungen beheizt.“ Erst im Sommer 2016 sollen die Zelte sukzessive durch Wohncontainer ersetzt werden, wie Mülheims weiter informiert.

Er ist Amtsleiter für das städtische Immobilienmanagement und hat wie das Team der SEG alle Hände voll zu tun. Zwei Jülicher Tiefbauunternehmen haben sich zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen, die buchstäblich den Boden bereitet. In den nächsten 14 Tagen werden zahlreiche Lastwagen zur und von der Merscher Höhe fahren, denn rund 30.000 Quadratmeter Bodenfläche werden ausgekoffert und anschließend mit Kies befestigt. Der Aushub muss weg, der Kies muss her.

Insofern sollten sich Autofahrer auf dem Von-Schöfer-Ring auf Schwereverkehr einstellen. Thomas Mülheims: „Sobald die Befestigung des Untergrunds abgeschlossen ist, erfolgt die Errichtung, Verkabelung und Inneneinrichtung der Zelte.“

Glasfaserkabel werden verlegt

Die Arbeiten sind aber noch weit umfangreicher. Allerdings profitieren die Stadt – und ihre Gewerbegebietspartner Titz und Niederzier – von der Erstaufnahmeeinrichtung: Die Trassen der Versorgungsleitungen (Gas, Strom, Wasser, Abwasser) sind später natürlich auch in einem Teil des geplanten Gewerbegebietes nutzbar – und Glasfaserkabel werden von den Stadtwerken gleich mit verlegt, die für Unternehmen im Gewerbegebiet von großer Bedeutung sind.

Die Abwasserentsorgung erfolgt anfangs über eine kleinere Druckwasserleitung, deren Durchschnitt aber klein ist. Sie wird laut Thomas Mülheims in etwa sechs Monaten durch den Neubau eines Abwasserkanals vom Von-Schöfer-Ring zum Zeltlager abgelöst. Die Kosten trägt das Land.

Mit Inbetriebnahme der Erstaufnahmeeinrichtung und dem Einzug der ersten Flüchtlingen könnte in Jülich, Titz und Niederzier eventuell eine Atempause eintreten. Die Landesunterkunft wird auf das Kontingent der Stadt angerechnet, so dass eine Zeit lang keine weiteren hilfesuchenden Menschen zugewiesen werden. Wie lange das so ist, lässt sich nicht vorhersagen. Die Stadt hat angeregt, dass diese Regelung auch auf die Gemeinden Titz und Niederzier entsprechend ihrer Anteile am geplanten Gewerbegebiet übertragen wird.

Betreiber der Jülicher Einrichtung wird das Deutsche Rote Kreuz, das sich schon bei der Planung eingebracht hat. Zudem wird ein Sicherheitsdienst engagiert. „Ein Securitydienst wacht rund um die Uhr“, sagt Mülheims.

Auch die von der Bezirksregierung zugesagte öffentliche Informationsveranstaltung wird es vor Bezug noch geben – also in den nächsten gut drei Wochen.

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