Jülich - Flotter Dixie und beswingte Soli

Flotter Dixie und beswingte Soli

Von: rb
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Ein Herz für den Jazz: Manfred Mons, Hans Ramacher, Peter Dival, Guido Pfennig und Claus Dieter Freymann (v.l.n.r.) von der Ruhr-River Jazzband überzeugten das Publikum mit Können und Charme. Foto: Beyß

Jülich. Auch wenn sie ein Angebot aus New York gehabt hätten, sie hätten sich trotzdem für den „klosterähnlichen” Keller der Jülicher Gaststätte „Zum Franziskaner” entschieden. Die sechs Musiker von der Ruhr-River Jazzband genossen sichtlich die gemütliche Atmosphäre und die Nähe zum Publikum, mit dem sie eine musikalische Zeitreise in die 20er und 30er Jahre unternahmen.

Unter dem Motto „swinging, stomping, good old Dixieland” präsentierten sie in Originalbesetzung Swing, Dixie und New Orleans. Das Konzert fand im Rahmen des Programms vom Jazzclub Jülich statt. Den Kontakt zur Band hatte der ehemalige Vorsitzende Reinhold Wagner geknüpft.

Musikalische Krawatten

Das Jülicher Publikum kam zum ersten Mal in den Genuss dieser sechs Vollblut-Musiker, die sich 1982 in Mülheim an der Ruhr zusammengefunden haben. Ohne auch nur einen Ton gehört zu haben, war den Zuhörern klar, welche Instrumente jeweils zu den Musikern gehörten - die kreativen Krawatten der Herren verrieten es bereits vor ihrem Auftritt. Die realen Instrumente schmückten die Bandmitglieder zwar nicht weniger stilvoll als die bedruckten Kleidungsstücke, doch mitreißende Musik ließ sich mit ihnen leichter erzeugen.

Beeindruckend

Manfred Mons, Guido Pfennig und Hans Ramacher übernahmen die Blasinstrumente Posaune, Trompete und Klarinette sowie Saxophon. Mit opulenten und beeindruckenden Soli ernteten sie den Applaus des Publikums. Ebenso zeigte Schlagzeuger Peter Dival sein Können, wenn auch etwas versteckt hinter seinen Bandkollegen. Ihm waren auch die Gesangspassagen vorbehalten.

Claus Dieter Freymann kümmerte sich indes um die Saiten, nämlich um Banjo oder wahlweise Gitarre. „Unser ehemaliger Professor bereichert uns mit seinem akademischen Rhythmus”, lobte Manfred Mons den Gitarristen lächelnd.

Ebenfalls etwas im optischen - aber nicht im musikalischen - Hintergrund hielt sich Bassist Armin Runge auf, der an der einen oder anderen Stelle auch mit einem Solopart glänzte.

Posaunist Mons erzählte zwischen den einzelnen Stücken einige Anekdoten und erläuterte das folgende Lied. Außerdem stellte er jeden Musiker mit einem humorvoll gedichteten Reim vor. „Mit rotem Kopf und einem Bein, das kann nur der Guido sein” - nur ein Beispiel aus dem lyrischen Repertoire des „Moderators”.

Gastmusiker willkommen

Das Publikum lauschte unter anderem Titeln von King Oliver, Louis Armstrong, Spencer Williams und Duke Ellington und war sichtlich begeistert. Gastmusiker aus dem Publikum waren herzlich willkommen. Ihnen war dank eines kleinen Schildes mit der Aufschrift „Bitte Applaus” auch der Beifall sicher.

Darüber musste sich die Band aber eigentlich keine Sorgen machen, denn sie brachten Füße, Köpfe und Hände in Bewegung - und das ohne große Show, sondern „nur” mit viel Spaß und Natürlichkeit.
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