Fliegerbombe: Selbst die Bezirksregierung lobt das Krisenmanagement

Von: ahw
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Der Titzer Bürgermeister Jür
Der Titzer Bürgermeister Jürgen Frantzen leitete die Evakuierungsmaßnahmen. Foto: Jagodzinska

Titz. „Wir haben für außergewöhnliche Umstände keine Masterpläne in der Schublade”, bekannte der Titzer Bürgermeister Jürgen Frantzen am Donnerstag auf Anfrage unserer Zeitung, nachdem der Bombenalarm von Dienstagmorgen nicht nur die Gemeindeverwaltung aufgeschreckt hatte.

Immerhin seien alle beteiligten Stellen - von der Gemeinde Titz und der Nachbarstadt Bedburg über Feuerwehr, Rettungskräfte, diverse Polizeidienststellen, Straßen.NRW und der Autobahnmeisterei - jederzeit handlungsfähig gewesen.

„Es ist ganz ordentlich gelaufen”, fällt Frantzens Fazit nach dem organisatorischen Kraftakt positiv aus. Diese Auffassung wird von der Kölner Bezirksregierung geteilt, die vor der Abschlussbesprechung bereits fernmündlich das Krisenmanagement vor Ort „ausdrücklich gelobt” hat und zudem im Krisenstab durch einen Mitarbeiter vertreten war, der per Zufall gerade einen Termin in der Straßenmeisterei Titz wahrnahm.

In regelmäßigen Lagebesprechungen im Titzer Rathaus, bei denen die beteiligten Stellen ihr Vorgehen abstimmten und anstehende Aufgaben verteilten, wurden die Maßnahmen auf den Weg gebracht. Nachdrücklich lobt Frantzen die „gute und produktive Atmosphäre”, in der das Team von Wildfremden konstruktiv und konzentriert die anfallenden Arbeiten erledigt hat.

Vor der Evakuierung von Jackerath und Mündt war es beispielsweise notwendig, die betreffenden Einwohner zu informieren. Dazu drehten nicht nur Polizei und Feuerwehr mit Lautsprecherdurchsagen ihre Runden, sondern es wurde auch eine ausreichende Zahl von Flugblättern erzeugt, mit denen Mitarbeiter des Bauhofes zu den Häusern gingen oder die Briefkästen bestückten, um die Einwohner über die anstehende Evakuierung zu informieren.

„Das Wetter hat uns in die Karten gespielt”, war der Chef des Krisenstabs froh, dass es am Dienstag trocken blieb. Die Aufnahmekapazitäten in Aula und den beiden Turnhallen der Titzer Schulen sowie in Ameln für Bettlägrige und Behinderte waren zwar ausreichend, doch auch für die Tiere von betroffenen Bewohnern mussten Unterstellmöglichkeiten vorgehalten werden.

So war es möglich, die Hunde auf dem Schulhof zu lassen. Ein Pferdehof jenseits der Gemeindegrenze brachte die Vierbeiner mit Transportern in Sicherheit. Milchvieh wird im gefährdeten Bereich zum Glück kaum gehalten.

Kehrmaschine macht alles sauber

Nachdem die Bombe ferngezündet worden war, mussten die Straßen rund um den Sprengkörper vor der Freigabe erst gründlich gereinigt werden. Neben Erdreich waren nämlich auch rasiermesserscharfe Bombensplitter auf die Fahrbahnen „geregnet”, die den Verkehr gefährdeten und beseitige werden mussten. So wurde ein Teilbereich des Autobahnkreuzes Jackerath bis gegen 22 Uhr von einer Kehrmaschine bearbeitet.
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