Jülich - Fledermausnacht: Am 26. August soll‘s in Jülich finster werden

Fledermausnacht: Am 26. August soll‘s in Jülich finster werden

Von: Volker Uerlings
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Eine Wasserfledermaus ruht in den Gemäuern der Jülicher Festung Zitadelle. Das ist eine von acht Arten hier. Foto: H. Körber
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Organisieren die Fledermausnacht in Jülich: Christoph Fischer (l.) und Jens Wagner. Foto: Jansen

Jülich. Die Jülicher Festung Zitadelle mit ihren Kellergewölben und Kasematten ist die mutmaßlich größte künstliche Heimstatt von Fledermäusen im Kreis Düren. Der Arbeitskreis Fledermausschutz Aachen, Düren und Euskirchen wirft daher ein wachsames Auge auf den rund 500 Tiere zählenden Bestand.

Acht verschiedene Arten der nachtaktiven Jäger wurden bislang gefunden, darunter seltene und bedrohte wie die Bechsteinfledermaus. Nach vier Jahren Pause zeigen der Arbeitskreis und das Museum Zitadelle Jülich am Samstag, 26. August, bei einer weiteren Fledermausnacht, welch ein natürlicher Schatz in dem alten Gemäuer zu Hause ist. Besucher können Fledermäusen ausnahmsweise so nahe kommen wie sonst nie. Und ab 21 Uhr zeigt sich Jülich von seiner dunklen Seite.

Die Veranstaltung ist Teil der „International Bat Night“, die am gleichen Tag in 35 Ländern weltweit stattfindet. Das Programm beginnt um 17.30 Uhr umfasst zahlreiche Spezialführungen, die mehrmals wiederholt werden, inklusive Fütterung oder Netzfang durch Spezialisten, die die Bestände an diesem Abend einmal vor Publikum kontrollieren und untersuchen. Am Infostand im Innenhof der Zitadelle sind für diese Führungen jeweils Anmeldungen notwendig, weil bestimmte Gruppengrößen nicht überschritten werden dürfen.

Zur Fledermausnacht in Jülich gibt es diesmal eine ganz besondere Aktion, die auch, aber nicht nur Fledermäusen dient. Dr. Christoph Fischer und Jens Wagner vom Museum Zitadelle haben die Aktion „Ausgeleuchtet“ ins Leben gerufen. „Wir machen es in Jülich mal dunkel!“, beschreibt Christoph Fischer das Ziel. In allen Industrienationen – und nicht nur dort – gibt es zunehmend eine „Lichtverschmutzung“, die Menschen und Tieren nicht nur nützlich ist, sondern den natürlichen Tag-/Nacht-Rhythmus durcheinander bringt. „Der ist aber sehr wichtig“, sagt Fischer.

Am Beispiel der Fledermäuse wird das deutlich. Sie orientieren sich per Ultraschall und fangen selbst in absoluter Dunkelheit die wendigsten Insekten im Flug. Dabei sind sie gegenüber ihren Nahrungsrivalen Schwalben oder Mauerseglern im Vorteil, je dunkler es ist, denn die Vögel jagen „auf Sicht“.

Die Idee entstand vor vier Jahren bei der vergangenen Fledermausnacht in Jülich, als die Kölner Astronomie-Werkstatt „Sterne ohne Grenzen“ über den Wert der Nacht informierte, natürlich auch aus eigenem Interesse, denn der Sternenhimmel ist durch zahlreiche nächtliche Lichtquellen oft nur schwer mit bloßem Auge zu sehen.

Nun rufen Fischer und der Arbeitskreis Fledermausschutz dazu auf, am 26. August ab 21 Uhr das Licht auszuschalten. Fischer: „Das können Schaufenster, Beleuchtung von Kirchen, Bauwerken und mehr sein. Auch Privathaushalte sind eingeladen mitzumachen.“ Die Stadtwerke Jülich haben bereits ihre Teilnahme zugesagt und schalten die Beleuchtung von Hexenturm und Zitadelle ab. Weitere sollen folgen. Auf weiteren Veranstaltungen soll der Titel „Ausgeleuchtet“ das Dach für besondere Aktionen sein: in Bücherei, Museum, Kirchen und mehr.

Im Rahmen der Fledermausnacht in der Zitadelle sind da im Angebote: Der Vortrag „Der Wert der natürlichen Nacht“ (Schlosskapelle, 20 Uhr), die Sternenbeobachtung (City Star Party Jülich) von 21 bis 24 Uhr auf der Bastion Salvator oder den Vortrag „Nachtschwärmer – Aus dem geheimnisvollen Leben der Fledermäuse“ (18.30 Uhr, Schlosskapelle).

Das Jagdrevier an der Rur

Die Jülicher Börde ist grundsätzlich arm an natürlichen Fledermausquartieren wie Höhlen und alten Bäumen. Wichtig werden daher von Menschen geschaffene Unterschlupfmöglichkeiten wie Festungen, Kirchen oder Stollen. Die Zitadelle nutzen die rund 500 Tiere im Sommer als Ausgangspunkt für ihre Streifzüge zu den Jagdgebieten an der Rur. Auch dorthin wird es bei der Fledermausnacht eine Führung geben.

Ein umfangreiches Angebot für Kinder ist natürlich auch thematisch den Jägern der Nacht gewidmet. Eine Spezialistin aus Viersen zeigt am 26. August, wie sie verletzten Fledermäusen hilft und sie pflegt, da sie nicht einfach wieder ausgesetzt werden können.

Das Angebot am 26. August ist jedenfalls vielfältig. 2013 kamen über 1000 Besucher.

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