Flauschiger Nachwuchs bei „Hippie-Rindviechern”

Von: Volker Uerlings
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Das flauschige Kalb ist erst wenige Tage alt und wird von seiner zotteligen Mama mit Argusaugen bewacht. Die junge „Miss Hochland” hat bei den Osterbesuchern des Jülicher Zoos das Zeug zum „Star”. Foto: Uerlings

Jülich. Leo liegt ´rum und scheint mit sich zufrieden. Vor wenigen Tagen wurde der Patriarch in der schottischen Hochlandrind-Herde mit zwei Jahren zum ersten Mal Papa. Das nimmt er inzwischen gelassen hin.

Bei den zotteligen Hippie-Rindviechern im Brückenkopf-Zoo gibt es von Emanzipation keine Spur: Sind die Kinder einmal da, ist das aus Leos Sicht ausschließlich ein Job der Mama. Und die Kuh wacht mit Argusaugen über ihr Junges. Es ist eine Tochter - wahrscheinlich.

Denn die Mutter hat bis vor kurzem eine genaue Geschlechtskontrolle nicht gestattet. „Da müssen auch wir aufpassen”, sagt Tierpfleger Armin Käsmann und lacht verständnisvoll. Allerdings hilft alles nicht: Die gelbe Ohrmarke ist auch für die noch namenlose „Miss Hochland” ein Muss. Es läuft auf eine kurzfristige Trennung hinaus, um an das Kalb heranzukommen. „Wir müssen beide separieren.”

Auf den ersten Blick scheint die Verwandtschaft zwischen der jungen Dame in „Flausch-Optik” und dem Erzeuger anfechtbar. Während Papa und Mama in schönstem Braun daherkommen, ist die mutmaßliche Tochter grau-schwarz. Das ist freilich kein Hinweis darauf, dass dem Vater Hörner aufgesetzt wurden, im Gegenteil. Käsmann: „Leos Linie ist dafür bekannt, dass Schwarz vererbt wird. Da bekommen wir ein schönes dunkles Tier.”

Mit Wucht und Wärme

Wohin man im Jülicher Zoo derzeit auch blickt: Der mit Wucht und Wärme lange vor dem Wonnemonat ausgebrochene Frühling ist an jeder Ecke spürbar. Davon können und werden sich zahlreiche Besucher über die Ostertage überzeugen können. Der Zoo ist gerichtet: Sogar die obligatorischen „Oster-Eier” hat er zu bieten, wenn auch ganz anders. In diesen Tagen müssten im Schaubrüter an der Rotunde die Küken schlüpfen. „Gänse, Puten, Brahma- und Rheinländer-Hühner”, listet Armin Käsmann auf.

Auch Kanarienvögel und Wellensittiche haben die Familienplanung aufgenommen. Winzige Eier in den Brutkästen belegen das. Alle paar Tage kontrolliert die Crew des Zoos, was Sache ist.

Eine Hoffnung bleibt vorerst unerfüllt: Das Storchenpaar kann den erwünschten Nachwuchs nicht bieten. Das Gelege war plötzlich verschwunden. Der Nestraub wurde aber aufgeklärt: Krähen haben den Storchen-Nachwuchs auf dem Gewissen.
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