Finanzverwaltung NRW zieht bald in Linnich ein

Von: Antonius Wolters
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Ins ehemalige Freshman Institute in der früheren Polizeischule Linnich zieht die Fortbildungsakademie der Finanzverwaltung NRW. Foto: Wolters

Linnich. Die frohe Botschaft, die Wolfgang Witkopp dem Linnicher Stadtrat am Donnerstag kundtat, hatte den Bürgermeister erst unmittelbar vor der Sitzung erreicht: Die Fortbildungsakademie der Finanzverwaltung NRW bezieht im kommenden Jahr zwei Gebäude in der ehemaligen Polizeischule Linnich.

Während diese Nachricht am Standort Brakel im Kreis Höxter längst kontrovers diskutiert wird – Brakel wird aufgrund einer PCB-Belastung des Gebäudes aufgegeben – war es dem CDU-Landtagsabgeordneten Josef Wirtz vorbehalten, seinen Parteifreund Witkopp inoffiziell über die Entwicklungen in Kenntnis zu setzen. Wirtz hatte zuletzt Ende letzten Jahres eine kleine Anfrage im Landtag gestellt, um mehr zur künftigen Verwendung der früheren Polizeischule zu erfahren.

Die Fortbildungsakademie der Finanzverwaltung NRW, die bisher auf die Standorte Brakel und Bad Godesberg verteilt ist, organisiert pro Jahr rund 60 000 Fortbildungstage für rund 7000 Beschäftigte. Beim Umzug von Brakel nach Linnich sollen zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden, denn die beiden Gebäude in Linnich sollen für die Zwecke der Fortbildungsakademie barrierefrei ausgebaut werden.

Innerhalb der Finanzverwaltung des Landes liegt die Beschäftigungsquote schwerbehinderter Menschen bei rund zehn Prozent, bei der Besetzung der Ausbildungsstellen werden aktuell sechs Prozent der Plätze für Bewerbungen Schwerbehinderter reserviert. Da eine Schulung für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter spätestens alle fünf Jahre erforderlich ist, sei entsprechende Vorsorge zu treffen.

Die Kosten für den Umbau der beiden Gebäude, die zuletzt vom Freshman Institute der Fachhochschule genutzt wurden und über insgesamt 108 Plätze verfügen werden, schätzt der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) auf rund vier Millionen Euro, davon allein rund 800 000 Euro für die Herstellung der Barrierefreiheit.

In einem Schreiben an Landrat Friedhelm Spieker in Höxter und Bürgermeister Hermann Temme in Brakel hatte NRW-Finanzminister Dr. Norbert Walter-Borjans seine Standort-Entscheidung begründet. Nach dem Ergebnis einer erneuten PCB-Untersuchung in Brakel sei „der Umzug nach Linnich die einzige haushaltspolitisch verantwortbare Variante“.

Er bittet um Verständnis, dass die „eindeutig wirtschaftlichste Lösung“ bevorzugt wurde. Damit wendet er sich gegen die Äußerung, das Land habe den Kreis Höxter und Brakel allein gelassen.

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