Jülich - Finanzierung der Beratungsstelle „Frauen helfen Frauen“ fraglich

Finanzierung der Beratungsstelle „Frauen helfen Frauen“ fraglich

Von: Thomas Vogel
Letzte Aktualisierung:
Finanzierung Frauen Hilfe Beratung
Beraten Frauen in schwierigen Situationen: Sabrina Dicken, Maria Brenner und Dagmar Ahrens (v.l.). Foto: Vogel

Jülich. Schläge, Tritte, Kontrolle, psychischer Druck – die Gewalt, die manche Frauen in Partnerschaften erfahren, ist erschreckend. Auch für Profis wie Psychologin Dagmar Ahrens, Sozialarbeiterin Maria Brenner und Sozialpädagogin Sabrina Dicken.

In ihrem Job in der Beratungsstelle „Frauen helfen Frauen“ werden sie nicht selten mit heftigen Fällen konfrontiert. Sie sorgen dafür, dass die Opfer Hilfe bekommen. 2013 war ein durchwachsenes Jahr für die Beratungsstelle für Frauen und Mädchen. Auf der einen Seite der Kampf um den Betriebskostenzuschuss der Stadt Jülich, den die Kommune ab 2014 komplett streichen wollte. Auf der anderen Seite die steigende Zahl an Klientinnen und maximale Auslastung der drei Vollzeitkräfte, die deutliche Indizien für den Bedarf an Beratung in diesem Bereich sind.

287 Frauen oder Mädchen haben im vergangenen Jahr das Angebot von „Frauen helfen Frauen“ in Anspruch genommen. Das sind 26 mehr als im Jahr zuvor. Knapp die Hälfte von ihnen, 49,8 Prozent, kamen aus Jülich. Die Gründe, aus denen sich Klientinnen an die Beratungsstelle gewandt haben, reichen von sexualisierter Gewalt, Essstörungen, Mädchenarbeit bis hin zu Zwangsheirat oder Suchtproblematiken.

Den Wegfall des Betriebskostenzuschusses Stadt Jülich von 11.290 Euro konnten die Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle durch Mobilisierung der Öffentlichkeit und Aufklärung in der Politik zunächst abwenden, auch wenn der Betrag für 2014 auf 60 Prozent (6800 Euro) reduziert wurde. Weil es sich um eine freiwillige Ausgabe im Haushalt der Stadt handelt, steht die finanzielle Unterstützung künftig trotzdem zur Debatte, weil sich Jülich im Haushaltssicherungskonzept befindet. Dementsprechend kann die Finanzaufsicht jederzeit verlangen, den Posten zu streichen.

Eine Lösung des Dilemmas, die Betriebskosten abzudecken, könnte in der finanziellen Beteiligung anderer Kommunen liegen – je nachdem, wie viele der beratenen Frauen aus den jeweiligen Orten kommen. Entsprechende Anfragen seien bisher jedoch abgelehnt oder gar nicht erst beantwortet worden.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert