Feuerwehreinsatz an Martinus-Kirche: Yüksel Özdal verärgert

Von: gep
Letzte Aktualisierung:
Yüksel  Özdal in seinem Gart
Yüksel Özdal in seinem Garten vor den Volieren mit den Kakadus: Er fordert einen Ausländerbeirat. Foto: gep

Aldenhoven. Der Aldenhovener Yüksel Özdal (47) ist verärgert und „betroffen als ehemaliger Türke”. Am 29. Mai hatte diese Zeitung über einen Einsatz der Feuerwehr an der Martinus-Kirche berichtet und unter Berufung auf offizielle Quellen erwähnt, dass Feuerwehrleute „von jungen Leuten meist mit Migrationshintergrund bedrängt und bedroht” worden seien.

Özdal, SPD-Ratsherr und Großgeräteführer bei RWE Power, war nach eigenen Angaben damals etwa zwei Stunden vor Ort. Unter den Schaulustigen - teilweise im Schlafanzug - habe er „jede Menge Deutsche, die ich kenne” ausgemacht und natürlich auch solche von türkischer, marokkanischer, italienischer, spanischer und ex-jugoslawischer Herkunft. „Da waren vielleicht ein paar Jugendliche, die gestört haben”, sagt er.

Er selbst habe eine „gemischte” Gruppe von acht oder zehn Jugendlichen zur Ordnung gerufen, die laut geworden sei, als der Feuerwehreinsatz lief. „Was feiern wir?”, habe er gefragt. Und die Jugendlichen in den Römerpark verwiesen. Denn „wenn die Kirche brennt, geht das auch uns an”, fügt der ehemalige Vorsitzende des Türkisch-Islamischen Kulturvereins Aldenhoven hinzu. Und die Feuerwehrleute „kommen ja auch zu uns, wenn es brennt.”

Später habe er gehört, dass an dem besagten Samstagabend Jugendliche der Feuerwehr dabei geholfen hätten, die Schläuche einzurollen. Auch, so hat Özdal vernommen, sollen zunächst ausländische Jugendliche, die an der Kirche Brandgeruch wahrgenommen hätten, die Polizei oder Feuerwehr alarmiert, seien aber nicht ernst genommen worden. Erst nach einem weiteren Anruf zehn Minuten später aus einem Lokal sei Alarm ausgelöst worden.

Dass es nach Feuerwehrwehreinsatz und Berichterstattung eine derart erregte Diskussion mit Anfeindungen gerade türkischer Mitbürger gegeben habe, erzürnt ihn. Dass Bürgermeister Lothar Tertel den Konflikt mit einem „Runden Tisch” habe beilegen wollen unter dem Ausschluss von Kommunalpolitikern wie ihm, kritisiert er. „Das geht nicht.” Dieser „Runde Tisch”, so meint, „bringt nichts”. Auch habe der Hodscha des Kulturvereins, der an jenem Abend neben ihm gestanden habe, nicht mit am „Runden Tisch” gesessen.

„Wir sind ein Teil von Deutschland”, betont Özdal. Und „wir möchten hier in Aldenhoven in Frieden leben.” Er bedauert es, dass es etwa keine türkischstämmigen Feuerwehrleute gebe. „Warum nicht?”

Um die Integration voranzubringen, fordert Özdal in Aldenhoven einen Ausländerbeirat. „Darüber sollte man nachdenken.” Aldenhoven zähle bei knapp 14.000 Einwohner rund 1350 ausländische Bürger. Der Beirat etwa in Alsdorf mache eine „Superarbeit”.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert