Feuerwehr Schophoven: Am Morgen um 5 Uhr wurde mit der Spritze geübt

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Das Gründungsfoto der Feuerwehr Schophoven aus dem Jahr 1927. Foto: Löschgruppe Schophoven
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Eine Jugendwehr gab es schon 1955. Vorn Brandmeister Mathias Abels. Foto: Löschgruppe Schophoven
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Zwischen 1933 und 1945 wurde der Leiterwagen eingesetzt. Foto: Löschgruppe Schophoven
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Das erste Fahrzeug, ein LF 15. Foto: Löschgruppe Schophoven

Schophoven. Anläßlich des Brandes einer Scheune beim Landwirt Heinrich Wirtz an der Rurstraße am Kirmesmontag des Jahres 1926 und einem Großbrand in Pier veranlasste der damalige Bürgermeister Kratz, in Schophoven eine Feuerwehr zu gründen.

So fanden sich 29 junge Männer im Jahre 1927 dazu bereit, um unter Führung von Mathias Abels als Brandmeister den Brandschutz im Ort zu gewährleisten.

Die Ausbildung der in vier Abteilung gegliederten Feuerwehr lag in Händen des Bürgermeisters Kratz. Die Feuerwehr bewies ihren Eifer bei regelmäßigen Übungen, die jeden Sonntag in der Früh um 5 Uhr erfolgten. Das Wecken der Kameraden besorgten die Hornisten Josef Dahmen und Franz Liska, die mit dem Fahrrad und Brandhorn durch den Ort fuhren. Die Feuerwehr stellte überdies ihr Können bei großen Bränden wie bei Plum in der Rurstraße, Ervens und am Wiesengut unter Beweis.

Anfangs war die Ausstattung der Wehr sehr spartanisch, wurde in den Folgejahren aber durch die Anschaffung eines Leiterwagens mit sechs Leiterteilen und Schlauchhaspeln verbessert. Zu Übungszwecken wurde auf der Rurwiese ein Steigerturm errichtet und an der Schule eine Trockenvorrichtung für Schläuche angebracht.

Kriegsbedingter Einschnitt

Die Ereignisse des Zweiten Weltkriegs gingen auch an der Löschgruppe Schophoven nicht spurlos vorüber. Wehrleute musste unfreiwillig ihren blauen Rock gegen die Wehrmachtsuniform tauschen. Junge Menschen unter 18 Jahren und alte Männer hatten derweil den Brandschutz zu übernehmen, Brandwachen zu stellen und im Spritzenhaus zu übernachten. Viele der Feuerwehrkameraden kehrten nicht mehr zurück, sie waren gefallen oder vermisst. Ein Großteil der Löschgeräte war unbrauchbar oder vernichtet.

Wilhelm Heinen stellte nach dem Krieg wieder eine Löschgruppe auf. 1950 nahm Brandmeister Mathias Abels neue Kameraden auf und setzte wieder regelmäßige Übungen an. Nach den ersten Einsätzen zeigte sich, dass Schophoven wieder über eine schlagkräftige und zuverlässige Freiwillige Feuerwehr verfügte.

Gleichzeitig mit dem Naubau der Schule in Schophoven wurde am 22. Oktober 1955 auch ein neues Gerätehaus errichtet und eingeweiht. Ein Tragkraftspritzenanhänger mit einer alten DKW-Motorspritze und gezogen von einem Traktor, wurden eingesetzt. Nach einigen großen Einsätzen wie auf der Kippe in Lucherberg und in der Paperfabrik in Lamersdorf gab die Spritze ihren Geist auf. So wurde eien enue Spritze angeschafft, die bis 1975 ihren Dienst versah.

Das erste Löschfahrzeug

Durch die Kommunale Neugliederung 1972 wurde eine neue Gemeindefeuerwehr gegründet, zu der seitdem auch die Löschgruppe Schophoven gehört. 1975 erhielt diese ihr erstes Löschfahrzeug: Es war ein ausgemustertes LF 15, Baujahr 1956, aus dem Kraftwerk Weisweiler, welches bereits fast 20 Jahr im Dienst gewesen war. Mit großer Begeisterung wurde das Fahrzeug in Eigenleistung überholt und instandgesetzt. Das Gerätehaus war allerdings zu klein für das Fahrzeug. Auch hier legte die Löschgruppe Hand an und erweiterte das Gerätehaus, damit das Feuerwehrauto genügend Platz hatte. Es ist nach der Außerdienststellung 1994 an einen Sammler verkauft worden. Von dort wurde es im vergangenen Jahr von der Löschgruppe zurückgeholt. Da der Kaufpreis noch nicht komplett zusammengekommen ist, sucht die Löschgruppe noch dringend Sponsoren, um das inzwischen 61 Jahre alte Fahrzeug für die Nachwelt zu erhalten.

1977 feierte die Löschgruppe Goldjubiläum. In einer Feierstunde wurden sogar noch fünf Gründer ausgezeichnet.

1993 entschied die Gemeinde Inden, dass die Löschgruppe ein neues Löschfahrzeug erhalten solle. Das neue LF 8/6 wurde 1994 als verfrühtes „Weihnachtsgeschenk“ der Gemeinde übergeben. Zwei Jahre später wurde entschieden, ein neues Gerätehaus für die Löschgruppe Schophoven zu bauen. 1999 wurde das Gerätehaus übergeben, bestehend aus Fahrzeughalle, Schulungsraum, Sanitäranlagen und Umkleideraum. 2002 feierte die Löschgruppe 75-jähriges Bestehen.

Im Mai 2007 wurde die Löschgruppe Pier angesichts des voranschreitenden Tagebaus aufgelöst. Mit der Übergabe des Gerätehausschlüssels an Bürgermeister Schuster und dem Fahrzeugschlüssel an die Kollegen in Schophoven wurde Pier auch in der Kreisleitstelle in Stockheim für immer abgemeldet. Wenige der Pierer Kameraden wechselten im Zuge der Umsiedlung nach Schophoven. Die Löschgruppe erhielt neben dem Fahrzeug auch das Gewerbegebiet Pier als zusätzliches Einsatzgebiet.

Ebenfalls bedingt durch die Umsiedlung wurde für den FC Victoria Pier ein neuer Sportplatz in Schophoven gebaut. Weil ein Teil der bestehenden Gebäude auch für den Fußball genutzt werden sollte, stand auch der Umbau des Gerätehauses auf dem Plan. Anfang September 2009 wurde das umgebaute Geätehaus seiner Bestimmung übergeben. Es verfügt erstmals über getrennte Sanitäreinrichtung und Umkleiden für die Feuerwehrmänner und -frauen.

Großbrand vor vier Jahren

Der Großbrand im Gewerbegebiet Pier hielt am 20, August 2013 neben der Schophovener Wehr alle kreisangehörigen Feuerwehren einschließlich Fliegerhostfeuerwehr der Bundeswehr in Atem. Erst nach etlichen Stunden gelang es, den Brand unter Kontrolle zu bringen.

Jährlich fährt die Löschgruppe im Schnitt 12 bis 14 Einsätze, die nicht nur der Brandbekämpfung dienen, sondern auch technische Hilfeleistungen umfassen. Dazu kommt der wöcvhentliche Übungsabend donnerstags von 19 bis 21 Uhr. Um stets auf dem neuesten Stand zu bleiben, absolvieren die Wehrleute zudem etliche Weiterbildungen.

Ein weiteres Einsatzgebiet der Löschgruppe ist die Jugendarbeit, um die sich zwei Jugendwarte für die Jugendfeuerwehr kümmern. Nicht zuletzt ist die Wehr fest in der Dorfgemeinschaft verankert und übernimmt hier zusätzliche Aufgaben wie die Zugsicherung bei Mai- oder Schützenfest. Zudem begleitet sie Umzüge auch mit einer eigenen Abordnung.

Die Löschgruppe besteht derzeit aus 14 Aktiven – drei Frauen und elf Männern. Davon ist einer wegen eines Auslandeinsatzes beurlaubt und eine Feuerwehrfrau schwanger. Die Jugendfeuerwehr umfasst vier Jugendliche.

Vier Aktive wohnen außerhalb des Ortes und keiner arbeitet im Ort. Deshalb besteht permanent die Gefahr, bei Einsätzen nicht genügend Wehrleute vor Ort zu haben. Am Nachwuchsmangel, der schon beim 75-jährigen Bestehen beklagt wurde, hat sich bis heute nichts geändert. Zwar ist es bislang immer noch gut gegangen, aber wie lange bleibt das so, fragen sich die Wehrleute.

Zudem ist die Löschgruppe unmittelbar von der Aussetzung des Brandschutzbedarfsplanes der Gemeinde Inden betroffen, weil darin auch dokumentiert ist, dass deren Ausstattung nicht mehr ausreicht. Weil Schophoven tagebaubedingt vom Rest der Gemeinde abgetrennt ist, und Nachbarwehren bei Bedarf erst mit Zeitverzug eintreffen können, fehlen etwa wichtige technische Ausrüstungen wie ein Rettungssatz (Schere und Spreitzer), um Verunglückte aus einem Fahrzeug retten zu können.

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