Feuerwehr bangt um Nachwuchs

Von: ptj
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Hauptversammlung der Feuerwehr Titz: Nach den Beförderungen im Pfarrheim (Bild) wurden der Gerätewagen Logistik und das Mannschaftstransportfahrzeug eingesegnet. Foto: Jagodzinska

Gevelsdorf. Der Wunsch nach einer informativen Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Titz entwickelte sich zu einer abendfüllenden Veranstaltung, in der selbst Grußworte zu einer längeren Rede genutzt worden sind.

Zudem wurde die Versammlung im Gevelsdorfer Pfarrheim mit Verspätung gestartet, weil Gemeindebrandinspektor Martin Roß sich noch im Feuerwehreinsatz befand.

Bürgermeister Jürgen Frantzen startete den Vortragsreigen mit Ausführungen über Investitionen, Inbetriebnahme von Fahrzeugen, Zuschuss des Gemeindehaushalts und Brandschutzbedarfsplan.

Er ließ die Entwicklung von Schülerzahlen im Hinblick auf die Nachwuchsgewinnung folgen sowie die Altersstruktur in den Löschzügen (Durchschnittsalter 40 Jahre). Standortüberlegungen schlossen sich an (Chancen am Müntzer Josefshaus oder in Titz, Ortsausgang Jackerath) und die Betreuung von Rettungsabschnitten auf der Autobahn.

Zusammengefasst stellte Frantzen heraus: „Kein Sparen auf Kosten der Sicherheit in der Gemeinde. Aber: Dort, wo Effektivität und Wirtschaftlichkeit bei geringerem Mitteleinsatz möglich sind, sind Potenziale mit Blick auf den Gemeindehaushalt auch auszuschöpfen”. Den Jahresbericht erstattete Feuerwehr-Vize Stephan Giesen.

Auch er erwartet im Hinblick auf die Altersverteilung in den nächsten 20 Jahren große personelle Einbrüche im Feuerwehrwesen. Insgesamt befand er die Feuerwehr Titz mit 222 Feuerwehrangehörigen, darunter 140 Männer und zehn Frauen in der aktiven Wehr, als gut aufgestellt. Auch sei die Zahl der Einsteiger ungleich größer als die der Aussteiger aus Altersgründen.

Altersverteilung in Zügen

Zu hinterfragen seien allerdings die Ursachen der unterschiedlichen Altersverteilung in den einzelnen Zügen. Geplant seien Analysen der Vereinbarkeit von Ehrenamt und Beruf/Familie, das soziale Gefüge innerhalb der Feuerwehr und die Attraktivität des Ehrenamtes. Notwendige Maßnahmen seien die Förderung der Jugendarbeit und die Frauenförderung sowie die Überarbeitung der Aufgabendefinition.

In der Grundausbildung wurden insgesamt 18, auf Kreisebene 25 und auf Landesebene 14 Lehrgänge absolviert, abgesehen von zahlreichen „sonstigen Ausbildungsveranstaltungen”.

Rettung auf Autobahn

Zum Thema „Rettungsabschnitte auf der Autobahn vor Ort”, derer nach Verhandlungen mit der Bezirksregierung nunmehr lediglich drei auf der A 44 zu betreuen sind, und zwar Titz nach Jackerath in Richtung Düsseldorf und Jackerath über Titz nach Jülich-West in Richtung Aachen, beleuchtete Giesen feuerwehrtechnische Aspekte: Nach Verfügung der Bezirksregierung sei zu Beginn 2011 eine Verantwortung für alle vier Alarmierungsstufen zu erwarten, das sei „alleine nicht zu schaffen”.

Ein weiteres Thema, zu dem der stellvertretende Kreisbrandmeister Hans-Peter Herkenrath ebenfalls referierte, war der neu gegründete Verband der Feuerwehren (Vdf) NRW und seine Arbeit nach Insolvenz des Landesfeuerwehrverbandes. Den Jahresbericht der Jugendfeuerwehr verlas ein letztes Mal Dirk Bungart, der nach knapp elf Jahren als Gemeindejugendwart sein Amt an Marc Gockel übergab. Die Jugendwehr besteht aus 32 Jungen und elf Mädchen, acht Jugendliche sind in die aktive Wehr übergetreten, vier ausgetreten. 15 Jugendliche bestanden 2010 die Grundausbildung. Insgesamt leisteten Jugendwarte und Betreuer 2400 Stunden Jugendarbeit.

Dankesworte an die Adresse der Wehrleute fehlten in keiner Rede. Nach einem Ehrungs- und Beförderungsmarathon und der Schlüsselübergabe durch Bürgermeister Frantzen segnete Feuerwehrseelsorger Manfred Kappertz draußen im Schnee die bereits eingeweihten Fahrzeuge: den 2009 angeschafften Gerätewagen Logistik für den Löschzug II und das Mannschaftstransportfahrzeug FZJ für den Löschzug III.
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