„Festung Zitadelle Jülich“ erhält Deutschen Preis für Denkmalschutz

Von: Antonius Wolters
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Das Neue Rathaus der Stadt Jülich ist das jüngste Beispiel für Gebäude, die auf Betreiben des Vereins auf die Denkmalliste gesetzt worden sind: Conrad Doose (l.) hat 22 Jahre lang als Vorsitzender die Arbeit des Fördervereins „Festung Zitadelle Jülich“ geprägt, der vom Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz mit der „Silbernen Halbkugel“ ausgezeichnet wird, rechts sein Nachfolger Dr. Rüdiger Urban. Foto: Wolters

Jülich. Das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz hat unter der Woche bekanntgegeben, dass der Förderverein „Festung Zitadelle Jülich“ auf Vorschlag der Bundesarchitektenkammer Berlin mit dem Deutschen Preis für Denkmalschutz 2015 ausgezeichnet wird.

Die Verleihung der „Silbernen Halbkugel“ an die bundesweit sechs so ausgezeichneten Personen und Einrichtungen erfolgt am 2. November in Regensburg.

Das Nationalkomitee würdigt in seiner Begründung für die Preisverleihung das ehrenamtliche und unermüdliche Engagement, mit dem der Förderverein seit fast 30 Jahren in vorbildlicher Weise beweist, zu welchen besonderen Leistungen bürgerschaftliches Engagement in unserer Gesellschaft bei der Wiederherstellung und Bewahrung des baukulturellen und historischen Erbes einer Denkmalstadt fähig ist.

„Es ist eine große Ehre für den Förderverein, mit dem Deutschen Preis für Denkmalschutz ausgezeichnet zu werden – für die aktiven Mitglieder im erweiterten Vorstand, für die passiven als Unterstützer sowie auch für die lokalen und überregionalen Sponsoren, die unsere Arbeit erst ermöglichen“, kommentiert der Vorsitzende des Fördervereins, Dr. Rüdiger Urban, die hochkarätige Auszeichnung. Insbesondere werde das herausragende 22-jährige Engagement des ehemaligen Vorsitzenden Conrad Doose gewürdigt. „Ich erhoffe mir von diesem Preis zum einen eine Stärkung des Stellenwertes des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege in Jülich gegen die immer wieder auftauchenden Widerstände. Zum anderen wünsche ich mir eine größere bundesweite Publizität für Jülich und sein einzigartiges erhaltenswertes städtebauliches Erbe der Idealstadtanlage der Renaissance. Es besitzt einen weit über das Rheinland hinausragenden kulturhistorischen sowie auch ökonomischen Wert“, sagte Urban voller Stolz und Freude.

Als Denkmalschutzverein widmet sich der Förderverein seit 1986 insbesondere den beiden Schwerpunkten „Handeln“, im Sinne des Bestandserhalts von Denkmälern gegebenenfalls im Spannungsfeld von Denkmalschutz und Stadtentwicklung, sowie „Informieren“ über die Bau- und Bodendenkmäler sowie ihre Bedeutung für das Verständnis des historisch geprägten Erscheinungsbildes der Herzogstadt.

Dabei geht der Blick des Vereins längst über die Grenzen der Stadt Jülich hinaus und bezieht die in einer historischen Verbindung zur Stadt und Zitadelle Jülich stehenden Baudenkmäler – beispielsweise Schloss Hambach bei Niederzier, Burg Engelsdorf bei Aldenhoven und Burg Nothberg in Eschweiler – ebenfalls mit ein.

„Wie immer wird ein Team ausgezeichnet“, mag der ehemalige Vorsitzende Conrad Doose die Auszeichnung – „eine tolle Sache“ – weniger auf seine Person, als auf den 16-köpfigen Vorstand des Fördervereins beziehen, von denen jeder „sein“ Projekt habe.

Ideenreich, durchsetzungsstark

Gleichwohl bestätigt Dr. Urban seinem 83-jährigen Vorgänger großen Ideenreichtum, die Stärke, andere Menschen zu motivieren und Durchsetzungskraft, um die Dinge letztlich auch zu realisieren. Die Klammer zu auswärtigen Projekten bildet dabei auch und vor allem das Wirken des italienischen Architekten Alessandro Pasqualini, der über Jülich hinaus starke Impulse im Rheinland setzte.

Auf die Jülicher Innenstadt bezogen, zählt Doose zu den Anhängern des Stadtplaners und Architekten René von Schöfer. Die bekannteste seiner Aufbauplanungen ist die sogenannte Dritte Stadtgründung von Jülich nach dem Zweiten Weltkrieg. Durch den Förderverein Festung Zitadelle Jülich ist von Schöfers Wiederaufbauplanung als einzige bereits gründlich erforscht worden. Die spiegele sich auch im Anfang der 1950er Jahre erbauten Neuen Rathaus an der Großen Rurstraße wider, sagt Doose. So ist es dem Verein gelungen, das Gebäude in die Denkmalliste aufnehmen zu lassen.

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