Fester Starenkasten wird nicht genehmigt

Von: hfs.
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Schon im Juli 2009 standen die Raser auf der Landstraße 241 im Fokus von Anwohnern, Ortsvortsteher Norbert Schiffer (l.) sowie Jürgen Frantzen, damals noch Beigeordneter der Landgemeinde. Foto: hfs.

Titz. „Es gibt keinen Unfallhäufigkeits-Schwerpunkt in der Gemeinde Titz”: Das sagen übereinstimmend Norbert Schiewe vom Straßenverkehrsamt des Kreises Düren und Willi Sommer, Direktion Verkehr der Kreispolizei Düren.

Sie standen nun dem Titzer Ausschuss für Bauen, Planen und Umwelt Rede und Antwort.

Zuvor hatten die Fraktionen über den Beigeordneten Christian Canzler zu verkehrsrechtlichen Anfragen einen Fragekatalog erarbeitet, den Schiewe und Sommer bereitwillig beantworteten.

Sommer, bis zu jenem Abend noch für die Direktion Verkehr zuständig - er stellte mit Karl-Josef Becker seinen Nachfolger vor - brachte es im Laufe des Abends auf den Punkt: „Mehr als wir jetzt tun, können wir nicht machen.” Dies bezog er ausdrücklich auf die Landstraße 241, Ortsdurchfahrt Titz. Die sorgt schon seit über zwei Jahren für Gesprächsstoff, innerhalb der Verwaltung, aber auch bei den Anwohnern.

„Es wird einfach zu schnell gefahren”, meinte Ortsvorsteher Norbert Schiffer. Der war schon oft vor Ort, beobachtete mit Anwohnern und Bürgermeister Jürgen Frantzen den durchrauschenden Verkehr. „Hier muss einfach mehr dafür getan werden, dass die Autofahrer sich an die Geschwindigkeit halten”, monierte er.

Dies sah auch die WIR-Fraktion so, die auf eigene Kosten an vielen Tagen schon Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt hat. „Wir haben alle Daten der Polizeiinspektion zur Verfügung gestellt. Aber bis heute haben wir noch keine Antwort darauf erhalten, was damit überhaupt passiert”, ereiferte sich Fraktionsvorsitzender Detlef Cremer.

Dass die bestehende Verkehrsberuhigungen verbessert werden müssten, dies sprach Frederike Fischermannn (Bündnis 90/Grüne) an. Mit den jetzigen Verkehrsinseln bekäme man das Problem nicht in den Griff. „Bodenschwellen sind ja auch möglich”, so die Ratsfrau. Ortsvorsteher Schiffer bemängelte zudem die Wegeführung für Radfahrer. Sein Credo: Der bestehende Radweg müsse an den Verkehrsinseln nicht zwischen „Insel und Straße, sondern zwischen Insel und Bürgersteig vorbeigeführt werden.”

Für Norbert Schiewe alles Fragen, die im Rahmen eines Bürgerantrags bereits diskutiert wurden. So stellte der Verkehrsexperte aus Düren fest, dass die Radführung ausdrücklich so gewählt wurde, „damit das Risiko für den Radfahrer, mit den Pedalen am Bürgersteig hängen zu bleiben und zu stürzen, ausgeschlossen ist.”

Keine Bodenschwellen

Mit Bodenschwellen, so Schiewe, habe der Kreis bisher nur negative Erfahrungen gemacht. „Wir hatten bisher drei Orte, da sind alle Schwellen wieder zurückgebaut worden.” Grund: Der hohe Geräuschpegel, viele Anwohnerbeschwerden, „wo selbst Antragsteller ihren Antrag wieder zurückgenommen haben”, erläuterte der Verkehrsingenieur. Er nannte lediglich eine einzige Bodenschwelle, die bisher ihren Zweck erfüllt und bei der es keine einzige Beschwerde gegeben hat: die in der Ortschaft Boslar.

Der Hinweis auf Geschwindigkeitskontrollen durch die Polizei, so Willi Sommer, hätten keinerlei Häufigkeit in den Überschreitungen ergeben. „Der Vorwurf von Fischermann, „dies sei in ihren Augen einfach eine lasche Aussage”, die wollte der jetzt den Bezirksdienst leitende Beamte nicht auf sich und seine Kollegen sitzen lassen. „Wir können die Geschwindigkeit nicht auf das Niveau drücken, das sie gerne haben wollen. Auch nicht durch permanenten Kontrolldruck. Dafür fehlt uns einfach das Personal.”

Die Frage nach einer stationären Kamera konnte Norbert Schiewe sofort beantworten: „Da es auf der L 241 keinen Unfallschwerpunkt gibt, wird dort auch keine Kamera aufgebaut.” Die Anregung, in Höhe der Sparkasse eine Fußgänger-Überquerung zu errichten, werde, so hob Schiewe hervor, aufgegriffen.

Angesprochen wurde auch vermehrt auftretende „Maut-Umgehungsverkehr” infolge der Messtelle auf der A 44 bei Jackerath. Dieser fließe tatsächlich über die Ortsdurchfahrt Titz, bestätigte Schiewe. Kontrollen hätten ergeben, dass es aber vorwiegend Spediteure aus dem Jülicher Umfeld seien. „Und die dürfen das, dafür gibt es eine klare Gesetzeslage.”

Bürgermeister Jürgen Frantzen machte abschließend deutlich, dass er bei aller Unzufriedenheit der Bürger, „die er im Herzen teile”, beim Straßenverkehrsamt Düren und der Kreispolizei kein mangelndes Interesse für die Belange der Gemeinde Titz sehe. „Die Zusammenarbeit ist diesbezüglich sehr gut.”
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