Fehler bei der Ausschreibung zum Investorenwettbewerb vermeiden

Von: ojo
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Fester Bestandteil des Anforderungskatalogs im Investorenwettbewerb wird ein Ersatz der seit Jahren nur noch als Ruine existierenden Stadthalle in Linnich sein. Foto: Jonel

Linnich. Die Stadt Linnich wird im Vorfeld des Investorenwettbewerbs zur Stadtkernsanierung eine Sicherung einbauen. Zwar soll das Erkelenzer Büro Hans-Otto von der Heide (VDH) weiterhin die Durchführung des Wettbewerbs vorbereiten, auf Antrag der PKL wird zusätzlich die PPP-Task Force des Landes NRW eingeschaltet.

Diese unentgeltlich tätige „Eingreiftruppe“ soll ausschließen, dass wegen „eines Verfahrensfehlers das ganze Projekt in den Sand gesetzt wird“, wie es Uli Meuser formulierte. In diesen Beschluss mündete der Vortrag von Jan Schmidt vom Büro VDH-Projektmanagement, der dem Ausschuss für Stadtentwicklung Inhalt und Vorgehen der europaweiten Ausschreibung eines Investorenwettbewerbs vorstellte. Erklärtes Ziel ist, einen Investor zu finden für einen Komplex mit Stadthalle, Mensa, neuem Rathaus, Beherbergungsbetrieb mit Seminar-/Bürobereich. Feste Größe in der Gesamtkonzeption ist der Schützenplatz, optional wäre eine Saunaanlage.

Bei etlichen dieser Bestandteile ist vorab einiges zu klären, wie Schmidt hervorhob. Zum Rathaus etwa müsste nicht nur kalkuliert werden, wie groß es zu planen ist, sondern auch wie das finanzielle Konstrukt aussehen soll. Wenn als klassisches PPP-Modell (Private Public Partnership) realisiert, zu welchen Konditionen? Städtische Mietzahlung über welchen Zeitraum? Übergang in städtischen Besitz nach welcher Laufzeit?

Ähnliches gilt für den Komplex Stadthalle und Mensa. Letztere wird entscheidend von der Schulentwicklung in der Stadt geprägt sein. Die wiederum ist noch in Bewegung, so dass gesicherte Aussagen über einen längeren Zeitraum in die Zukunft hinein kaum möglich sein dürften. Bei der Stadthalle werden Bedarf und Auslastung Größe und Finanzierung bestimmen. Dort, so Schmidt, seien Vereinbarungen auf Teilmiete-Basis denkbar.

Recht konkret sind die Angaben zu dem Beherbergungsbetrieb. SIG Combibloc hat bereits einen Bedarf von rund 1500 Übernachtungen pro Jahr signalisiert. Darüber hinaus meldete das Unternehmen als Ankermieter einen Bedarf an Büros für rund 20 Mitarbeiter an. „Da werden circa zwölf bis 14 Räume benötigt“, sagte Schmidt. Dieser Bereich wäre sicherlich privat zu finanzieren.

Im Verfahren wird ein Wettbewerb von bis zu fünf Investoren erwartet. Alle erhalten den kompletten Katalog an Anforderungen, die zu erfüllen sein sollen. Liefern müssen die Wettbewerbsteilnehmer ein komplettes Paket von der Gesamtdarstellung über die architektonische Beschreibung bis hin zum Bauzeiten- und Kostenplan.

An dieser Stelle hakte Uli Meuser (PKL) ein. Ohne die Kompetenz des Erkelenzer Büros VDH anzweifeln zu wollen, sorge sich seine Fraktion, ob denn die Erfahrung beim Umgang mit einem klassischen PPP-Verfahren bei einem Projekt dieser Größe vorhanden sei. Schmidt verwies in diesem Zusammenhang auf die Skihalle Neuss, die von VDH beplant worden sei, betonte aber, dass es bei der Stadtkernsanierung Linnich die Aufgabe seines Büros sei, die Ausschreibung vorzubereiten. Planungen um Umsetzung seien Sache der Investoren. Gleichwohl riet Meuser, den Bürgermeister zu beauftragen, „die Hilfe der Task Force NRW in Anspruch zu nehmen, um jeglichen Verfahrensfehler auszuschließen“. Diese Empfehlung wurde als Auftrag in den Beschluss zur Wettbewerbsvorbereitung aufgenommen.

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