Titz - Fast jedes Titzer Dach vom Sturm beschädigt

Fast jedes Titzer Dach vom Sturm beschädigt

Von: Daniela Mengel-Driefert
Letzte Aktualisierung:
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Gefragtes Dachdeckerhandwerk: Adnan Derjani und Sascha Lessmann entfernen defekte Pfannen vom Titzer Schuldach. Foto: Mengel-Driefert
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Dachdeckermeister Hubert Wolf: Der „Rheinlandziegel“ wird derzeit am häufigsten gebraucht. Foto: Mengel-Driefert
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Adnan Derjani von der Firma Wolf repariert das Dach der Titzer Hauptschule. Foto: Mengel-Driefert

Titz. Das Sturmtief„ Ela“ wütete rund um Titz mit großer Wucht. Während die Baumschäden ins Auge fallen, Äste und Stämme in Massen an den Straßenrändern liegen, sind die Defekte an den Dächern nicht auf den ersten Blick erkennbar. Doch Hubert Wolf, Dachdeckermeister in Titz, versinkt in Arbeit.

Sofort nach dem Sturm klingelte sein Telefon im Minutentakt, bis in die Nacht hinein. Wolf und seine Ehefrau Kathi nahmen alles auf und versuchten, die Leute zu beruhigen. „Es war katastrophal, vergleichbar mit Kyrill“, beschreibt Kathi Wolf den Abend.

Die Schilderungen reichten von ein, zwei gebrochenen Ziegeln bis zum Totalschaden. Fast jedes Dach sei betroffen. Seit Dienstag nach Pfingsten eilen die Handwerker von Dach zu Dach. Mittlerweile, drei Wochen nach „Ela“ seien die schlimmsten Schäden beseitigt. Wolf hofft, die Notreparaturen bald abschließen zu können. Danach gehe die Arbeit erst richtig los. Aufgrund der enormen Auftragslage teilte Wolf seine Leute in drei Kolonnen ein. Dachdecker aus Heinsberg unterstützen ihn. Jede Arbeitskraft ist gefragt.

Ein Bewerber wurde kurzerhand eingestellt, erzählt Wolf und lacht dabei: „Das war die schnellste Einstellung meines Lebens.“ Morgens um 10 Uhr zeigte der Handwerker seine Papiere, um 11 Uhr war er auf dem Dach – derzeit auf dem Dach der Hauptschule Titz. Wolf ist vor Ort mit einem Teil seiner Leute beschäftigt. Die Schule ist mehrstöckig, ein Kran ist da, das Dach hoch. Es ist schwer beschädigt, zahlreiche Ziegel kaputt. Sie müssen abgetragen werden.

Die Dachpfannen sind zehn Jahre alt, die Ersatzbeschaffung ist problematisch. „Die Pfannen kriegt man nicht mehr“, sagt der Meister. Er habe zwar die gleiche Form gefunden, aber in einer anderen Farbe. So werden die roten Ersatzpfannen kurzerhand braun gestrichen. Im Dach der Schule klaffen große Löcher. Ob es hineinregnen kann? Der Dachdecker beruhigt, unter der Gaube existiere noch ein altes Flachdach. Glück im Unglück.

Weniger glücklich verliefen die Sturmschäden an einem Gehöft in Jackerath. Die Dachdecker kamen nicht an das Gebäude heran, da die Wege mit Geäst versperrt waren. Nach der Beseitigung, zeigte sich das eigentliche Desaster. Über dem Dachfirst lag eine Kastanie mit einem Stammdurchmesser von einem Meter. Das Dach war komplett zerstört, die Dachbalken gebrochen: ein Totalschaden.

Auch das Titzer Wahrzeichen, die Düppelsmühle, gehöre in diese Kategorie. Wolf und seine Mannschaft arbeiten von Auftrag zu Auftrag. Immer dabei sind Kleinlaster mit verschiedenen Materialien. Wichtig sind Ersatzpfannen aller Couleur. Den „Rheinlandziegel“ aus Ton braucht Wolf am häufigsten. Nun sei er viel unterwegs, Fotografieren, Schäden dokumentieren, Angebote schreiben. Wie lange dauert es, bis alle Dächer repariert sind? Wolf ist sich sicher: Die Folgen von“ Ela“ werden seinen Betrieb noch bis Jahresende in Anspruch nehmen – mindestens.

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