Fangemeinde des Fiat 600 fachsimpelt in Jülich

Von: jago
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Beim Jahrestreffen kamen 65 Mitglieder des Vereins „Fiat 600 Freunde“ nach Jülich und zeigten stolz ihre großartigen automobilen Schätze wie beispielsweise ein „Multipla Taxi“ der Stadt Rom. Foto: Jagodzinska

Jülich. Mit der Vorstellung im März 1955 auf dem Genfer Autosalon begann der Siegeszug des Fiat 600. Von Beginn an erfreute sich der Kleinwagen einer stetig wachsenden Beliebtheit, und so liefen bis zum Produktionsende 1969 exakt 2 612 000 Exemplare inklusive der Version Multipla vom Band.

Ähnlich wie beim VW Käfer oder dem Citroën 2 CV blieb nach dem Produktionsende eine treue Fangemeinde, die ihren „Seicento“ hegt und pflegt, ihn fast schon als Familienmitglied betrachtet. In Deutschland gründeten sieben „600-Besessene“ 1993 den „Fiat 600 Club“, dem heute etwa 70 Mitglieder mit über 200 Fahrzeugen angehören. Als Ort für das jährliche Treffen, das stets eine Woche nach Pfingsten stattfindet, hatte man diesmal Jülich auserkoren, als Gastgeber fungierten die Rurdorfer Mitglieder Ella Dahmen-Schmotz und Manfred Schmotz.

Aus allen Winkeln Deutschlands und der Schweiz waren 65 Teilnehmer in 36 Fahrzeugen angereist. „Wir sind eine große Familie“, erzählte der Vorsitzende Manfred Klingelhöfer im gemütlichen Gespräch vor seinem Wohnwagen auf dem Platz am Brückenkopfpark. Nebenan fachsimpelten einige Mitglieder über Möglichkeiten der Ersatzteilbeschaffung, andere begutachteten die Besonderheiten an 600ern von Clubfreunden oder man erzählte von Erlebnissen auf Spazierfahrten und Reisen … wie in einer großen Familie. Der Vormittag gehörte einem Ausflug zum Indemann mit Besichtigung des Tagebaus, das Frühstück beim Gastgeber gehört zur Tradition der Jahrestreffen.

Die Höchstgeschwindigkeit des Fiat 600 beträgt etwa 100 Stundenkilometer, ein Tempo, das zum entspannten Fahren fernab von Autobahnen einlädt. „Das ist ein Auto, mit dem man Straßen sucht“, beschrieb Clubchef Klingelhöfer treffend die Philosophie. Es kommt nicht darauf an, ein Ziel in möglichst schneller Zeit zu erreichen, sondern die Fahrt selbst bewusst wahrzunehmen und zu genießen.

Wie üblich waren bei dem Treffen einige äußerst seltene automobile Schätzchen zu bewundern. Klingelhöfer selbst war mit einem „Jungla 600“ vorgefahren, einem Vorläufer der heute als Fun-Car beschriebenen Kleinwagen, von dem beim Karosseriebauer Savio lediglich 2000 Stück gebaut worden sind. Diverse Sportversionen von Abarth oder ein Multipla Taxi waren weitere Blickfänge.

Jedes einzelne der Fahrzeuge ist mit vielen privaten Erinnerungen verbunden, die bei dem Treffen aufgefrischt wurden und zur nostalgischen Atmosphäre beitrugen. Im Gegensatz zum PKW von heute haben Oldies wie der Fiat 600 einen großen Vorteil, der bei dem Treffen in vielen Unterhaltungen zu hören war: „Da kann man wenigstens noch selbst dran schrauben.“

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