„Familienunterhose” verhindert die Heirat

Von: ptj
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opp de kopp bu
Die Heimatbühne Eifeler Mundartfreunde begeistert mit Soloprogramm: Opa Mattes (l.) ersinnt eine skurrile List nach der anderen für das junge Liebespaar Jupp und Kathi. Foto: Jagodzinska

Jülich. „Op de Kopp gevalle” sind sie wirklich nicht, die Eifeler Mundartfreunde, die mit Sketchen ihrer Heimatbühne seit Jahren Gleichgesinnte im Jülicher Land begeistern. Erstmals führten sie nun in der Stadthalle Jülich eines ihrer etwa zehn Soloprogramme auf, oben genannten Schwank in drei Akten aus der Feder von Karl Robertz, Kopf der Heimatbühne.

Wie VHS-Leiter Günther Vogel eingangs bemerkte, waren im Vorverkauf zunächst nur neun Karten verkauft worden. Die Ankündigung in unserer Zeitung verhalf dann mehr als 270 Besuchern zu einem höchst vergnüglichem Abend, der nach Zuschauermeinung nach Fortsetzung auf der Hauptbühne (anstelle der Seitenbühne) verlangt.

Zwei Bauernfamilien

Die immer skurriler werdende Handlung erstreckt sich auf zwei Bauernfamilien, jeweils von einer Frau angeführt, die sehr auf ihren christlich-anständigen Ruf bedacht ist: Anna Schmitz (Waltraud Wirtz) will ihren Sohn Jupp (Kalle Lessenich) reich verheiraten, Marie Breuers (Eva Robertz) ihre schon in die Jahre gekommene, dicke und naive Schwester Luzi (Gertrud Kau) unter die Haube bringen.

Auf dem „Schmitze Hof” wird dringend eine Magd gesucht. Nach der aufreizenden wie unverschämten Kellnerin Lilo (Ilsemie Fleischhauer) stellt sich die aus Memelland stammende sympathisch-schüchterne Magd Kathi (Edith Lessenich) mit ihrem niedlichen russischen Akzent vor. Auf den ersten Blick verlieben sich Jupp und Kathi ineinander, wollen ihre Zuneigung jedoch vorerst vor der geldgierigen Anna verbergen.

Groteske Pläne

Auf der Seite des heimlichen Liebespaares steht Opa Mattes (Karl Robertz), der seinen ärgsten Feind, den Alkohol, liebt und immer ein selbst gezimmertes Sprichwort auf den Lippen hat: „Met Jedold un Spucke klebt man och ne Jedächnislücke”. Er gibt sich alle Mühe und ersinnt immer groteskere Geschichten und Pläne, um die von den beiden Hofgebieterinnen arrangierte Heirat zwischen Jupp und Luzi zu einem Mitgift-Preis von 50.000 Euro zu verhindern.

Nach einem vorgetäuschten Unfall mit schwerer Gehirnerschütterung und Störung von Jupps Sprachvermögen wird dieser quasi zum Huhn, er kann nur noch „gockele”. Weder davon lässt sich die mannstolle Luzi abschrecken, noch von der Tatsache, dass Jupp inzwischen sogar Eier legen kann. Erst Opas dritte List gelingt: Er hat Kathi eine „Familienunterhose” (Schlüpfer) mit Annas Monogramm im Schlafzimmer des nicht besonders hellen Scheng (Michael Küpper), Knecht auf dem Breuerschen Hof, verstecken lassen.

In eine solch unanständige Familie will Marie ihre Schwester trotz deren heftiger Proteste nun doch nicht einheiraten lassen. Anna lenkt ein und bekommt nun unter donnerndem Applaus des absolut begeisterten Publikums die mittellose Magd Kathi zur Schwiegertochter.
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