„Falling Walls Lab“: Junge Wissenschaftler treten gegeneinander an

Von: Daniela Mengel-Driefert
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Innovative Lösungen für eine bessere Zukunft: Prof. Wolfgang Marquardt gratuliert Hannah Schneider zum gewonnenen Falling Walls Lab in Jülich. Foto: Mengel-Driefert

Jülich. In drei Minuten ein Forschungsprojekt präsentieren? Funktioniert! Im Rahmen des zweiten „Falling Walls Lab“ im Forschungszentrum Jülich stellten 15 junge Wissenschaftler ihre Arbeiten vor. Im Fokus standen Projekte, die globale gesellschaftliche Probleme lösen könnten.

Noch eindrucksvoller ausgedrückt: „Ideen, die die Welt verändern, Ideen, die die Grenzen, die wir bis jetzt kennen, überschreiten“, sagte Pressesprecherin Dr. Anne Rother. Die Falling Walls Labs finden in 44 Ländern statt – in Deutschland sind die Austragungsorte Berlin und Jülich.

Lebensmittelverfall messen

In Form von Kurzpräsentationen versuchten die Nachwuchswissenschaftler, eine Jury von Experten aus Wirtschaft und Wissenschaftsjournalismus, Rektoren der Uni Aachen, Bonn, Düsseldorf und Köln sowie den Vorstandvorsitzenden des Forschungszentrums Prof. Wolfgang Marquardt zu überzeugen. Die Kandidaten kamen vom Forschungszentrum Jülich, der RWTH Aachen, der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, dem Beschleunigerzentrum DESY in Hamburg und der Kreativ Gesellschaft Hamburg. Ohne Zweifel innovativ ist die Idee von Dr. Alexey Yakushenko.

Er präsentierte eine Sensorik, die das Verfallsdatum von Lebensmitteln ersetzen kann. Derzeit wissen wir nicht, ob das Lebensmittel am Verfallsdatum tatsächlich verdorben ist. Eine entsprechende Sensorik könnte das ändern. Sie wird im Deckel der Verpackung implantiert, kann den Frischegehalt des Lebensmittels messen und eine ehrliche Info geben. Der positive Nebeneffekt wäre, dass der massiven Verschwendung von Lebensmitteln entgegengewirkt wird, Nahrungsmittel erst weggeworfen werden, wenn sie wirklich verdorben sind.

Auch die Arbeit von Hannah Schneider dreht sich um Ernährung, sie möchte die Nahrungsmittelversorgung sicherstellen, in dem sie Pflanzen produktiver macht. Dazu packt sie das Problem an der Wurzel an, möchte ihre Eigenschaften verbessern.

Michel Neidlin beschäftigt sich mit angewandter Medizintechnik. Er entwickelte in Zusammenarbeit mit Ärzten der Onkologie ein mathematisches Modell, dass die Behandlungsstrategie bei Krebs verbessern könnte. Erfahrungen zeigten, dass eine normale Medikation bei Leukämieerkrankten mit Übergewicht schlechter wirke. Doch wie viel Medizin soll indiziert werden, damit die Therapie wirkt? Neidlin hat ein mathematisches Modell erstellt, welches die Verteilung des Medikaments im Körper berechnet.

Sieger fahren nach Berlin

Die Jury bewertete die Kurzvorträge nach wissenschaftlichen Kriterien, Relevanz für die Gesellschaft und der Art und Weise der Präsentation und entschied sich in absteigender Reihenfolge für Vitali Weißbecker, Dr. Alexey Yakushenko und Hannah Schneider. Alle drei werden beim Finale am 8. November in Berlin antreten und dürfen an der Falling Walls Conference – die jährlich am Gedenktag des Mauerfalls stattfindet – teilnehmen. Wissenschaftler aus der ganzen Welt diskutieren hier über innovative Lösungen globaler Probleme.

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