Fällt die letzte Antenne auf der Merscher Höhe?

Von: ahw
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Eine drehbare Großantennenanlage auf der Merscher Höhe erinnert an die Sendestelle. Foto: Günter Hirte

Jülich. Die mit roten Positionslichtern markierten Antennen der Rundfunksendestelle der Deutschen Welle (DW) auf der Merscher Höhe waren ehedem und für lange Zeit die am weitesten sichtbaren „Wahrzeichen“ der Stadt Jülich.

Ende 1996 verließ die DW die Station, die bis 2006 etwa 50 neue internationale Rundfunkanbieter gewann, die die Sendekapazitäten auf der Merscher Höhe nutzten. Ende 2006 wurde die Anlage von der Telekom an Christian Vision verkauft, einem religiösen englischen Rundfunkanbieter. Der beendete drei Jahre später seine Aussendungen und verkaufte die Anlage an einen Investor, der die gesamte Technik einschließlich der Antennen verschrottete.

Auch seinerzeit gab es Diskussionen, ob nicht Teile der alten Sendeanlage für die Nachwelt erhalten werden sollten. Doch die Jülicher Politik sprach sich dagegen aus, auch und vor allem weil unklar war, welche Folgekosten mit dem Erhalt verbunden waren.

Einzig verbliebenes Zeichen ist neben dem ersten Großsender, der 1956 in Deutschland errichtet wurde und sich auf dem ehemaligen Betriebsgelände der DW in einem separaten Gebäude mit Glasfronten befindet, die rund 35 Meter hohe drehbare Großantennenanlage zwischen Jülich und Mersch, die zuletzt die Ortsgruppe Jülich des Deutschen Amateur Radio Club (DARC) regelmäßig nutzte. Die Großantenne befindet sich auf einem Gelände, das die Stadtentwicklungsgesellschaft Jülich (SEG) am Donnerstag an einen Privatmann verkauft hat.

Da die Funkamateure nun den kurzfristigen Abbau der Antenne befürchten, wollen sie heute von 9 bis 12 Uhr mit einem Stand an der Kölnstraße die Bürger informieren und Unterschriften sammeln. Zudem hat der Verein zur Rettung der letzten Reste der Jülicher Sendergeschichte für die Anlagen Denkmalschutz beantragt.

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