Jülich - Fachtagung zum Thema Demenz in Jülich

Fachtagung zum Thema Demenz in Jülich

Von: Daniela Mengel-Driefert
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Demenz im Apothekenalltag: Referenten und Organisatoren freuen sich über das große Interesse an der Fachveranstaltung. Foto: Mengel-Driefert

Jülich. Demografischer Wandel, Alterung der Gesellschaft und Demenz stehen in direktem Zusammenhang. Je älter ein Mensch wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, an Demenz zu erkranken.

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Lokale Allianz für ein demenzfreundliches Jülich“ organisierte das Amt für Familie, Generation und Integration in Kooperation mit der Apothekerkammer Nordrhein und dem Demenz-Servicezentrum Regio Aachen/Eifel eine Fachveranstaltung „Demenz im Apothekenalltag“ für Pharmazeutisches Personal.

Rund 70 Teilnehmer aus den Kreisen Düren, Euskirchen und Heinsberg sowie der Städteregion Aachen nahmen im Technologiezentrum Jülich teil.

1,6 Millionen Demenzerkrankte gibt es derzeit in Deutschland. Im Jahr 2050 werden es drei Millionen sein. Bürgermeister Axel Fuchs sagte in seinem Grußwort: „Die Alterung der Bevölkerung ist eine der größten Herausforderungen für ein zukunftsorientiertes Jülich.“

Apotheker und pharmazeutisches Personal begegnen in ihrem Berufsalltag Menschen mit Demenz. Hier setzte die Veranstaltung an, informierte über die aktuellen medizinischen Erkenntnisse, den Umgang und Hilfsangebote. Häufig treffe das Apothekenpersonal auf Angehörige, die nach der Diagnose erst mal nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen, sagt Projektleiterin Beatrix Lenzen von der Stadt Jülich. Die Apotheker würden in dieser Situation gerne über Hilfsangebote informieren.

Die Moderation der Fachveranstaltung übernahm Luc Rey, Koordinator der Apotheken in Jülich. Dr. Martine Grümmer, Chefärztin der Abteilung für Gerontopsychiatrie der LVR-Klinik Düren, hielt einen Fachvortrag über das Krankheitsbild der Demenzen, einen zweiten über Psychopharmakotherapie. „Wir wissen nicht, wer von uns betroffen sein wird“, so Grümmer.

Wer sich wenig bewegt , unausgewogenen isst, kaum soziale Kontakte hat, Bluthochdruck, Diabetes oder ein Schädelhirntrauma, der verfüge über alle Risikofaktoren, die eine Demenz begünstigen. Im Umkehrschluss helfe ein gesunder Lebensstil einer Demenz entgegenzuwirken. Gesichert gilt, dass geistig rege Menschen seltener an Demenz erkranken. Ein Mensch, der sein Gehirn sehr gut genutzt hat, könne gut kompensieren, erklärte Grümmer.

Dr. Jens Schneider, Apotheker und Vorsitzender der Alzheimer Gesellschaft Augsburg, referierte über die interprofessionelle Zusammenarbeit im Dreieck Apotheker-Selbsthilfe-Patient. Eine frühe Diagnose sei wichtig, weil dadurch demenzähnliche, aber behandelbare Krankheitsbilder erkannt werden.

Je früher die Diagnose, desto effektiver die medikamentöse und nicht-medikamentöse Therapie. Eine Heilung sei zum aktuellen Stand allerdings nicht möglich. Eine frühe Diagnose bedeute auch eine frühe Therapie. Vorsorgemaßnahmen können noch gemeinsam getroffen werden, der Erkrankte kann mit entscheiden.

Hasan Alagün vom Demenz-Servicezentrum sensibilisierte für das veränderte Verhalten und erklärte die Grundregeln im Umgang mit Erkrankten. So sei es hilfreich, in einfachen Sätzen zu sprechen, unnötiges Verbessern zu vermeiden, Verständnis zu signalisieren und Anschuldigungen nicht persönlich zu nehmen.

Alagün und Beatrix Lenzen stellten lokale Unterstützungsangebote vor – wie ehrenamtliche Demenzlotsen, Gesprächs- und Selbsthilfegruppen oder Betreuungsangebote.

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