Inden/Altdorf - Fachdialog von Bergbau-Experten: Böschungen stehen im Fokus

Fachdialog von Bergbau-Experten: Böschungen stehen im Fokus

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Politiker wie die Landtagsabgeordneten Josef Wirtz (l.) und Peter Münstermann (3.v.l.) trafen sich in Dortmund mit Bergbau-Experten zum Fachdialog über die Sicherheit von Tagebauseen. Foto: Andreas Nörthen

Inden/Altdorf. Erstmalig fand unlängst auf Einladung der landesweit für Bergbau zuständigen Bezirksregierung Arnsberg ein Fachdialog zwischen Bergbauexperten und Politikern über die Sicherheit von Tagebauseen im Braunkohlenbergbau statt.

Mit der Änderung des Braunkohlenplans für den Tagebau Inden und der Zulassung des dafür erforderlichen Rahmenbetriebsplans nimmt die nachbergbauliche Nutzung im Westen des Rheinischen Braunkohlenreviers mit der geplanten Anlage eines über zehn Quadratkilometern großen Tagebaurestsees konkrete Formen an. Eine wesentliche Voraussetzung dieser Bergbaufolgenutzung ist die Anlage standsicherer Seeböschungen.

Geologische Dienst und Gutachter

Seitens der Politik nahmen Landtagsabgeordnete teil, die Mitglieder des Landtagsunterausschusses Bergbausicherheit sind. Als Experten nahmen Vertreter der RWTH Aachen, des Karlsruher Institutes für Boden- und Felsmechanik, des NRW-Wirtschaftsministeriums, des Geologischen Dienstes NRW, der Bezirksregierung Köln, des Bergbauunternehmens sowie Sachverständige und Gutachter externer Fachstellen und Consultingbüros teil.

Der landesweit für Bergbau verantwortliche Arnsberger Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann betonte bei der Begrüßung, dass die Langzeitsicherheit der Tagebauböschungen und Braunkohlenseen absolute Priorität habe: „Eine Böschungsrutschung wie 2009 in Nachterstedt darf in NRW nicht stattfinden, wobei die geologische Situation in NRW nicht mit Nachterstedt vergleichbar ist. Das ist auch das Ergebnis einer Überprüfung aller bestehenden Tagebauböschungen und Restseen im rheinischen Braunkohlenrevier. Die gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse werden wir bei der Genehmigung der Seeböschungen für den geplanten Tagebaurestsee Inden berücksichtigen.“

Im Verlauf des Fachdialogs wurden neben den grundlegenden regionalplanerischen Vorgaben aus den Braunkohlenplanverfahren besonders intensiv die aus geologischer und gebirgsmechanischer Sicht erforderlichen Anforderungen und Untersuchungen vorgestellt und erläutert. Der Sachverständige Dr.-Ing. Michael Lersow, der ein Gutachten für den geplanten Tagebausee Inden erstellt hat, betonte, wie einmalig die Schaffung von derart großen und tiefen Restseen im rheinischen Braunkohlenrevier sei. Im besonderen Fokus müssten aus seiner Sicht eine dauerhafte Standsicherheit und insbesondere ein sorgfältiges Monitoring bei der Seebefüllung stehen.

Einen weiteren Schwerpunkt setzte Dr. Lersow bezüglich der Berücksichtigung von Erdbebenereignissen bei der Berechnung und Dimensionierung derartiger endgültiger Seeböschungen.

Bergbehörde und Geologischer Dienst erläuterten die Genehmigungsverfahren sowie die aktualisierte Richtlinie für die Berechnung der Standsicherheit von Böschungen. Dabei wurden auch die aktuellen geologischen sowie gebirgsmechanischen Erkenntnisse und Berechnungsverfahren vorgestellt. Besonders hervorgehoben wurde das mehrstufige Verfahren bei der Prüfung der Standsicherheit. In einer ersten Stufe werden Berechnungen der Standsicherheit von Experten des Bergbaus erstellt. Diese Berechnungen werden von den Fachleuten des geologischen Dienstes einer kritischen Prüfung unterzogen. In der letzten Prüfstufe werden dann gegebenenfalls erforderliche Auflagen von der Bezirksregierung Arnsberg im Zulassungsbescheid festgesetzt und deren Umsetzung anschließend durch technische Aufsichtsbeamte vor Ort kontrolliert.

Einen ganz wesentlichen Gesichtspunkt sahen die Landtagsabgeordneten darin, die im Fachdialog vorgestellten Informationen rechtzeitig, ausführlich und verständlich der Bevölkerung im betroffenen Raum zu vermitteln. Regierungspräsident Dr. Bollermann und die Vertreter des NRW-Wirtschaftsministeriums stellten heraus, dass seitens des Landes gerade solche Fragestellungen in einer Transparenzinitiative Bergbau berücksichtigt werden sollen. Die Transparenzinitiative soll der Öffentlichkeit im Landtagsunterausschuss Bergbausicherheit vorgestellt werden.

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