Facebook-Roman in Titz vorgestellt: „Postet nicht alles“

Von: ptj
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Der Düsseldorfer Autor Armin Kaster liest vor aufmerksamen Acht- und Neunklässlern der Gemeinschaftshauptschule Titz. Foto: Jagodzinska

Titz. „Facebook kann eine wirklich gute Sache sein. Es ist faszinierend, wie problemlos Informationen geteilt werden können. Auch ein Profil so gestalten zu können, dass andere sich ein besseres Bild von einem machen, gefällt mir“. So lobte der Buchautor und Künstler Armin Kaster aus Düsseldorf vor den Klassen 8 und 9 der Gemeinschaftshauptschule Titz das soziale Netzwerk, dass so häufig in letzter Zeit in die öffentliche Kritik geraten ist, was dem Autor nicht gefällt. Allerdings gibt es einen erwähnenswerten Zusatz.

„Postet nicht alles!“ Kasters vierter Roman „Ich hab schon über 500 Freunde“ gab diesem Satz ein besonderes Gewicht.

Protagonistin Alina registriert sich in Facebook und hat schon gleich keine Anschlussschwierigkeiten mehr. Im Gegenteil verfügt sie schon nach kurzer Zeit über einen großen Freundeskreis, der sich umso schneller vermehrt, je aufregender und offenherziger ihre Nachrichten werden. So veröffentlicht sie auf Wunsch von „Freunden von Freunden“ schließlich Fotos, auf denen sie immer weniger bekleidet ist. Bald muss sich Alina jedoch fragen, ob sie „überhaupt noch etwas mit der Person zu tun hat, die unter ihrem Namen auf Facebook ihr Leben ausbreitet“.

Doch zu spät, es kommt, wie es kommen muss: „Sie fliegt megamäßig auf und wird in der Schule verspottet“, wie Kaster es ausdrückte. Schließlich finden aber ihre Eltern gemeinsam mit der Lehrerin eine Lösung. Alina wechselt die Schule - ein Neuanfang!

Ist der Roman authentisch? „Nein, die Geschichte gibt es so nicht“, aber die Kommentare hat Kaster von Facebook übernommen. Er hatte sich registriert, um zu schauen, was sein Sohn „bei Facebook so macht“.

Dialog mit dem Vater

Der ein oder andere Dialog im Buch zwischen Vater und Kind wird den Acht- und Neunklässlern im Publikum bestimmt mehr oder weniger bekannt vorkommen: „Alina, weißt du, wie gefährlich das ist? Ich wollte dich nicht ausspionieren. Ich bin nur besorgt um dich und will nur dein Bestes“. Alinas Antwort: „Und ich will nur meine Ruhe haben“.

Mit zur Lesung zählten auf Leinwand präsentierte Netzwerk-Profile, an Hand derer Kaster gemeinsam mit den Schülern überlegte, welche Wirkung sie wohl auf andere User haben würden.

Die Klassen 8 und 9 und zuvor auch Klasse 10 hatten das Buch über das „aktuelle Thema“ gelesen und nutzten nach Kasters Lesung die Chance, es sich vom Autor signieren zu lassen. Die 15-jährige Jennifer gestand „sehr große Probleme in der Klasse mit Cyber-Mobbing bei Facebook“ ein.

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