Exzellenzpreis geht an drei von 39 Jülicher Doktoranden

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39 Doktorandinnen und Doktoranden erhielten im Forschungszentrum ihre Urkunden. Foto: Wolfgang Hoyer

Jülich. Sarah Finkeldei, Sergii Pud und Stephan Wirths wurden mit dem Exzellenzpreis 2016 des Forschungszentrums Jülich geehrt. Die drei Nachwuchsforscher erhielten die Auszeichnung im Rahmen der feierlichen Verabschiedung der Doktoranden.

Unter dem Motto „JuDocs – Karriere made in Jülich“ wurden 39 Doktorandinnen und Doktoranden ihre Urkunden überreicht. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 332 Doktorandinnen und 576 Doktoranden im Forschungszentrum betreut, wie die Einrichtung informiert. 320 von ihnen kamen aus dem Ausland (aus 57 Nationen).

„Ein gutes Stück Deutschland – so nannte Bundespräsident Gauck vor kurzem das Forschungszentrum. Für uns alle ist diese Würdigung Verpflichtung und Anreiz, das Forschungszentrum nicht nur zu erhalten, sondern weiterzuentwickeln“, sagte Vorstandsvorsitzender Professor Wolfgang Marquardt in seiner Begrüßung. Er eröffnete den Abend gemeinsam mit Scarlet Stadler vom DocTeam. Die Interessenvertretung der Jülicher Doktoranden engagiert sich in verschiedenen Gremien des Forschungszentrums, um die Rahmenbedingungen für Promovierende zu verbessern.

Dr. Sarah Finkeldei lieferte mit ihrer mehrfach prämierten Doktorarbeit neue, quantitative Einsichten, die zum grundlegenden Verständnis von keramischen Abfallformen für die nukleare Entsorgung beitragen. Die 30-jährige Chemikerin untersuchte, warum sich bestimmte Oxidkeramiken durch eine außergewöhnliche Stabilität auszeichnen. Diese ergibt sich aus dem strukturellen Einbau. Durch diesen werden Radionuklide wie zum Beispiel Plutonium fixiert, was ihre Ausbreitung in die Umwelt verhindert.

Um besser zu verstehen, wie Nervensysteme funktionieren, widmete sich Dr. Sergii Pud in seiner Doktorarbeit am Institute of Complex Systems der Entwicklung eines neuartigen Biosensors auf Basis von Silizium-Nanodrähten. Dieser Sensor ist erstmals in der Lage, komplexe neuronale Zellnetzaktivität zu messen. Im Gegensatz zu bisherigen Verfahren kann er zahlreiche Zellen gleichzeitig vermessen. „Mein Sensor ist außerdem empfindlich genug, um Messungen von außerhalb der Zelle zu erledigen und diese dabei nicht wie bislang zu zerstören“, erläutert Pud. Der Physiker arbeitet inzwischen als Postdoc an der Delft University of Technology in den Niederlanden.

Dr. Stephan Wirths entwickelte am Jülicher Peter-Grünberg-Institut einen Tieftemperatur-Wachstums-Prozess, um die Schichtqualität von Germanium-Zinn-Legierungen zu verbessern und diese für Nano- und Laser-Bauelemente verwendbar zu machen. Im Zuge seiner Doktorarbeit entstand so der erste Germanium-Zinn-basierte Laser. „Bislang war es nicht möglich, Bauelemente aus leicht integrierbaren Gruppe-Vier-Elementen herzustellen, die effizient Licht ausstrahlen“, erklärt Wirths die Bedeutung seiner preisgekrönten wissenschaftlichen Arbeit. Seit Anfang des Jahres forscht der 30-jährige Physiker als Postdoc bei IBM Research in Zürich.

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