Explosion in der Nacht: Geldautomat in Linnich gesprengt

Von: hfs/dpa
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Geldautomat Linnich-Hottorf
Am Gebäude der Bank entstanden durch die Explosion Schäden. Foto: Ralf Roeger
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Am Gebäude der Bank entstanden durch die Explosion Schäden. Foto: Ralf Roeger
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Am Gebäude der Bank entstanden durch die Explosion Schäden. Foto: Ralf Roeger
Geldautomat Linnich-Hottorf
Am Gebäude der Bank entstanden durch die Explosion Schäden. Foto: Ralf Roeger
Geldautomat Linnich-Hottorf
Am Gebäude der Bank entstanden durch die Explosion Schäden. Foto: Ralf Roeger

Linnich. Dass das kleine Dorf Hottorf mit seinen 365 Einwohnern in einem Atemzug mit dem FC Bayern München in den Nachrichten genannt wird, dürfte wohl in die Annalen eingehen.

Die Radiomeldung vom Donnerstagmorgen geht auf das Konto von drei unbekannten Tätern, die in der Nacht den Geldautomaten in der Filiale der Raiffeisenbank Erkelenz in die Luft sprengten. 

Frühaufsteher wurden dadurch direkt informiert, was sich in der kleinen Bankfiliale „An der Maar“ zugetragen hatte. Einige wenige andere waren allerdings schon in der Früh gegen 3.20 Uhr aus dem Schlaf gerissen worden. „Es gab einen sehr lauten Knall, ich habe zuerst gedacht, bei uns im Hause sei etwas explodiert“, berichtete eine Anwohnerin. Nach wenigen Sekunden sei dann großer Lärm, verursacht durch ein Auto, zu hören gewesen.

Ein anderer Anwohner berichtete später der Polizei, dass er unmittelbar nach der Explosion noch drei dunkel gekleidete Männer habe fortlaufen sehen. Sie sollen in eine schwere schwarze Limousine gestiegen und mit hohem Tempo in entgegengesetzter Richtung der an die Filiale angrenzenden Einbahnstraße davon gefahren sein. Auch wenn die sofort über Notruf alarmierte Polizei eine Fahndung einleitete und einen Hubschrauber mit Wärmebildkamera einsetzte, konnten die Täter unerkannt entkommen.

„Jetzt ist mein ganzes Geld weg“

Da die Bankräuber die Hottorfer Georgstraße in die falsche Richtung befuhren, werden sie auf kürzestem Weg die Autobahnauffahrt Mersch der A44 in Richtung Aachen benutzt haben.

Der Vorraum der Bankfiliale wurde durch die Sprengung total zerstört, Deckenteile stürzten in den Vorraum, Fenster und die Eingangstür wurden herausgesprengt, ein vor der Bank geparktes Auto wurde ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Am Morgen nahm die Spurensicherung ihre Arbeit auf, bis zu ihrem Eintreffen war der Vorplatz gesperrt, schnell hatte sich das Ereignis im Dorf rundgesprochen, Schaulustige nahmen den Ort in Augenschein.

„Jetzt ist mein ganzes Geld weg“, scherzte ein Bewohner gegenüber einem Polizeibeamten. Ob ein gemeldeter Brand eines größeren Behältnisses an der B56 in der Nähe von Freialdenhoven mit dem Überfall in Hottorf in Zusammenhang steht, müsse sich noch zeigen, hieß es bei der Polizei in Düren. Sie bittet weitere Zeugen, die vielleicht vor oder nach der Sprengung Beobachtungen gemacht haben, sich unter 02421-9490 zu melden.

Unterschiedliche Tätergruppen

Die Sprengattacken auf Geldautomaten gehen damit unvermindert weiter. Nach Angaben des Landeskriminalamtes war die Sprengung in Hottorf bereits der 41. Fall im Jahr 2016 und der zweite in der laufenden Woche in Nordrhein-Westfalen. Hinter den nicht abreißenden Sprengungen steckten unterschiedliche Täter und auch unterschiedliche Tätergruppen. Das LKA verweist dabei auf eine moldawische Tätergruppe, die die Polizei Hamm ermittelte, auf eine Tätergruppe am Niederrhein, der 13 Sprengattacken zur Last gelegt werden, sowie auf Festnahmen in Essen im laufenden Jahr.

Die Fahnder gehen bereits seit längerem davon aus, dass Tätergruppen auch aus den Niederlanden heraus operieren und Automaten in NRW sprengen.

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