Titz/Jülich - Experten berichten über Rückgang der Kuckuckbestände

Experten berichten über Rückgang der Kuckuckbestände

Von: gep
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Titz/Jülich. Aufregung in Titz: Dort wird der Kuckuck vermisst. Der Zugvogel, als Frühlingsbote geschätzt, kehrt im März aus seinem afrikanischen Winterquartier nach Europa zurück, um dann bis August zu bleiben.

Dass der Cuculus canorus hierzulande immer seltener wird, bestätigen zwei Ornithologen: Dr. Lutz Dalbeck von der Biologischen Station Düren in Nideggen und Dr. Heribert Schwarthoff in Jülich vom Naturschutzbund (Nabu).

Einer der Hauptgründe dafür, dass der Kukuck „allmählich verschwindet”, so Dalbeck, ist der Rückgang der Wirtsvogelarten. Denn der Kuckuck ist ein Brutschmarotzer: Der turteltaubengroße Vogel lässt seine Eier von anderen Vogelarten ausbrüten, dazu gehören Grasmücken, Rohrsänger, Neuntöter, Zaunkönige, Bachstelzen, Rotschwänze, und Braunellen.

Schilfvögel wie der Rohrsänger sind „ideale Wirte”, so Dalbeck. Feuchtgebiete mit größeren Schilfflächen sind ein „Paradies für Kuckucke”. Solche Biotope würden aber in den ausgeräumten Kulturlandschaften immer seltener. Aber wo es auf der Jülicher Börde noch Heckenreihen, Kleingewässer und Feldgehölze gebe, da fänden sich noch Exemplare, aber es würden immer weniger.

Dass der Kuckuck in Inden offenbar nicht mehr zu hören ist, ist, so Schwarthoff, auch darauf zurückzuführen, dass sich dort aufgrund des Braunkohlenabbaus „eine ganze Landschaft verändert” hat. Aber es gebe Hoffnung. Denn am neuen wilden Bett der Inde „haben sich viele Vogelarten spontan wieder angesiedelt”, darunter auch Wirtsvögel.

Dass der Bestand rückläufig ist, führt Biologe Dalbeck aber auch darauf zurück, dass er ein Weitstreckenzieher ist. Diese überwintert in Afrika meist südlich des Äquators . Diese Langstreckler, zu denen auch der Teichrohrsänger gehört, sind statistisch besonders gefährdet. Auch sind, so Schwarthoff, starke Schwankungen in der Vogelwelt an der Tagesordnung. Verantwortlich dafür sei „eine Kombination vieler Ursachen”, dazu gehöre etwa, dass nach einem kalten Winter Insektennahrung knapp ist.
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