Ex-Umweltminister Töpfer beim Neujahrsempfang der CDU

Von: Jörg Abels
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Sehen in der eingeläuteten Energiewende eine große Chance für die heimische Wirtschaft: Prof. Dr. Klaus Töpfer und der Dürener CDU-Vorsitzende und Parlamentarische Staatssekretär Thomas Rachel (r.). Foto: Abels

Düren. Das ans Rednerpult gereichte Glas Wasser schlug Prof. Dr. Klaus Töpfer aus, nachdem ihn Thomas Rachel beim Neujahrsempfang der Dürener CDU auf Schloss Burgau im „Herzen des Rheinlandes” begrüßt hatte. Im „Herzen des Rheinlands” dürfe es ruhig auch mal ein Bierchen sein.

„Gehen Sie mit Optimismus und einem Lächeln ins neue Jahr”, prostete der 73-Jährige ehemalige Bundesumweltminister und Direktor des UN-Umweltprogramms den gut 350 Gästen zu. „Lassen Sie uns alles daran setzen, dass wir nicht in eine alternativlose Zukunft gehen.” Alternativen seien die Substanz der Politik, betonte Töpfer, um sich dann umgehend der eingeläuteten Energiewende zu widmen. Dabei entkräftete er den Vorwurf, er habe nach dem Unglück von Fukushima den Ausstieg aus der Kernenergie gefordert, den er als Umweltminister selbst nie angegangen sei.

Nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986, betonte Töpfer, seien fossile Brennstoffe die einzige Alternative gewesen. Deren Ausbau aber sei nicht verantwortbar gewesen. „Deshalb haben wir damals die Atomkraftwerke sicherer gemacht”, betonte der 73-Jährige, „und alles daran gesetzt, Alternativen zur Kernenergie zu finden”. Heute sei Deutschland weltweiter Vorreiter in der Entwicklung alternativer Energien, so dass der Anteil der Kernenergie an der Stromversorgung nur noch bei 25 Prozent liege und weiter zurückgefahren werden könne. „Im Übrigen haben wir schon vor Fukushima von der Kernenergie als Brückentechnologie gesprochen”, unterstrich Töpfer, der angesichts der Bevölkerungsexplosion und den damit verbundenen Problemen in der Bereitstellung von Energie den Schlüssel für weltweiten Frieden sieht.

Die zentrale Frage lautet daher für Töpfer: „Wie können wir eine globale Entwicklung in Gang setzen, ohne Natur und Umwelt zu zerstören.” Dass bei der Energeiversiorgung der Zukunft noch viele Fragen unbeantwortet sind, sei völlig normal. Die politische Grundsatzentscheidung, aus der Atomkraft auszusteigen, sei aber die Voraussetzung gewesen, dass überhaupt über Antworten nachgedacht wird, erinnerte Ex-Minister an das Beispiel der Rauchgasentschwefelung, die solange für unmöglich erachtet worden sei, bis die Politik sie beschlossen habe und heute den besten Gips liefere.

„Mache Engpässe und Du förderst wissenschaftliches und unternehmerisches Handeln”, ist Töpfer überzeugt: Wenn der Atomausstieg gelingt, sei das ein Programm, das der deutschen Wirtschaft über viele Jahre Wachstum garantiere. „Diesen Optimismus wünsche ich uns und ihnen”, schloss Töpfer seine Rede, nippte ein letztes Mal am Kölsch, um sich dann direkt von Düren aus auf den Weg nach Abu Dhabi zu machen.

Für Thomas Rachel steht derweil fest: „Der Kreis Düren wird die Energiewende mit vorantreiben.” Der Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretär denkt dabei vor allem an das Forschungszentrum Jülich, den Solarpark Inden, das solarthermische Versuchskraftwerk in Jülich, aber auch an den Ausbau von Biogas- und Windenergieanlagen zwischen Titz und Heimbach.
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