Eventzelt mit 1000 Plätzen als Jülicher Stadthallen-Ersatz?

Von: Volker Uerlings
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Die jetzige Hauptbühne unter den Zeltkuppeln im Park müsste weg, wenn auf dem ehemaligen Haus-Hesselmann-Grundstück (kleines Bild) ein neues Eventzelt gebaut wird, das die Stadthalle ersetzt. Die alte Zeltkonstruktion könnte an anderer Stelle wieder aufgebaut werden. Foto: Uerlings
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Die jetzige Hauptbühne unter den Zeltkuppeln im Park müsste weg, wenn auf dem ehemaligen Haus-Hesselmann-Grundstück (kleines Bild) ein neues Eventzelt gebaut wird, das die Stadthalle ersetzt. Die alte Zeltkonstruktion könnte an anderer Stelle wieder aufgebaut werden. Foto: Uerlings

Jülich. Inzwischen muss eine schnelle Lösung her, wenn in weniger als zwei Jahren die Stadthalle in Jülich zu ersetzen ist. In Rat und Verwaltung überwiegt die Überzeugung, dass in den alten Musentempel zu viel Geld fließen müsste, obwohl am Ende nicht sicher sei, wie lange er noch betrieben werden kann.

Allein die Brandschutzsanierung kostet mehrere hunderttausend Euro. Von daher hat Bürgermeister Axel Fuchs vorgeschlagen, die Halle nach Karneval 2019 stillzulegen und durch ein „Eventzelt“ zu ersetzen. Das war Anfang Februar. Inzwischen haben die Verwaltungsspitze und Politiker mehrerer Fraktionen von einem führenden Anbieter solcher Veranstaltungsstätten nähere Informationen erhalten, die der Bürgermeister jüngst im Kulturausschuss zusammenfasste.

Ein solcher Leichtbau könnte und sollte auf dem alten Grundstück von Haus Hesselmann im Brückenkopf-Park platziert werden. Die heutige Hauptbühne samt Zeltkuppel müsste abgebaut und an einem anderen Standort im Park wieder aufgebaut werden.

Bei der Hauptkonstruktion wird das wohl möglich sein, ob die inzwischen 20 Jahre alten Planen einen Umzug überstehen, bleibt abzuwarten. Mit dieser Lösung aber trägt die Stadt alten Forderungen des Denkmalschutzes Rechnung, weil seit der Landesgartenschau 1998 hier der Blick auf den napoleonischen Brückenkopf verstellt sei.

„Wir haben über einen sogenannten Zweimaster mit einem Fassungsvermögen von bis zu 1000 Plätzen gesprochen“, sagte Axel Fuchs im Ausschuss. Die Kosten hierfür lägen laut Anbieter „deutlich unter denen, die allein die Brandschutzertüchtigung (der Stadthalle/d.Red.) kosten würde“.

Genauer wurde er nicht, aber in der Vergangenheit stand hier ein Betrag von mindestens 440.000 Euro im Raum. Das Eventzelt würde „nackt“ verkauft, also ohne Bühne, Technik und Mobiliar. Diese Ausrüstung könne angemietet werden.

Kauf, Mietkauf, Leasing?

Auch die Perspektive sei gegeben, sagte Fuchs: „Die Lebensdauer soll locker zehn Jahre betragen, es gibt auch Beispiele für über 20 Jahre.“ Wolfgang Gunia blickte auf die eigenen Erfahrungen der Stadt, denn die Zeltkuppeln über der Hauptbühne im Park hielten schließlich auch schon zwei Jahrzehnte. Klar wurde in der kurzen Diskussion, dass es sich um eine Übergangslösung handelt, aber eben von ziemlich langer Dauer.

Das Gremium fasste noch keine Beschlüsse, sondern wartet nun, wie die drei angeforderten Angebote aussehen: über Kauf oder Mietkauf oder Leasing, so Fuchs. Sie liegen nach den Ferien vor.

Die ein oder andere Stimme der Politik machte aus ihrer Sympathie für den Zelt-Vorschlag keinen Hehl. Peter Capellmann, Ausschussvorsitzender (CDU), sagte: „Der Weg scheint vernünftig zu sein. Der Standort wäre auch von der Innenstadt aus zu Fuß gut erreichbar.“ Lutz Baumgarten (Grüne) hält eine Interimslösung in Zeltform für eine Option, die zeitlich und finanziell die Stadthalle ersetzen könnte.

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