„Euer Senf in meinem Leben“: Volker Wenninger begeistert im KuBa

Von: Daniela Mengel-Driefert
Letzte Aktualisierung:
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Bild Kabarett im KuBa. Volker Wenninger spricht mit großartiger Mimik und Gestik.

Jülich. Die ersten Zuschauer kichern, anderen lachen lauthals. Auf der Bühne im KuBa steht Volker Wenninger und präsentiert sein Kabarett-Programm „Euer Senf in meinem Leben“ unter Regie von Ralf Lohr.

„Wer war schon mal auf einer Demo?“ , fragt Wenningers das Publikum und prompt eröffnet ein Besucher, er hätte schon gegen Nazis demonstriert. „Applaus“, fordert der Kabarettist sein Publikum auf, denn wer gegen Nazis demonstriert, müsse erst einmal den Ekel überwinden! Ein bisschen bleibt das Lachen im Halse stecken.

Wenninger zeigt Tiefe und genau das macht ihn interessant. Seine Worte sprudeln aus ihm heraus, ohne an der Oberfläche zu bleiben. Ein Mann der die magische 40 erreicht hat und zurückblickt, aus seinem Leben erzählt, reflektiert und resümiert .

Auf der Bühne präsentiert sich Wenninger bescheiden, unauffällig – total normal. Er trägt ein kariertes Hemd, eine braune Hose und Brille. Kein berauschendes Bühnenbild, keine Lichteffekte sind auf der Bühne zu finden.

Die einzige Requisite ist ein Stehtisch. Und doch oder vielleicht deshalb strahlt er eine große Präsenz aus, spricht mit großartiger Mimik und Gestik.

In Fahrt kommt Wenninger in der Rolle des Karnevalisten. Da hilft nun doch eine kleine Requisite, eine Narrenmütze, um den Zuschauer in den närrischen Sitzungssaal zu katapultieren. Und als wahrer Sprachkünstler stellt er sein Können unter Beweis, wenn der vermeintlich unvermeidbare Alkoholkonsum im Karneval im verwaschenen Sprachgebrauch zu hören ist.

Ein asexueller Zuhörer

Wenninger erzählt aber auch vom Landleben und seiner Pubertät. Das Publikum erfährt warum er sich bis heute nicht gerne nass rasiert und ein asexueller Zuhörer mit Streuselgesicht gewesen ist.

Da er gerne “Liebling Kreuzberg“ im Fernsehen sah, stand nach der Schulzeit das Jurastudium an. Schnell wechselte er zu Englisch und Deutsch auf Lehramt und arbeitete als Aushilfslehrer in England, bis die unkonzentrierten Schüler, anstatt dem Unterricht zu folgen, das Parkett ablösten und im Klassenraum stapelten.

Wenninger spricht von Umwegen in der Biographie, doch Kolumbus habe sein Ziel schließlich auch nicht sofort erreicht.

Stoppersocken und Namen

„Was hat der Jung sich verfahren“, sagt er und legt noch einen drauf: „Und Odysseus erst!“ Über den heutigen Einsatz des Navis, geht es thematisch zum Mutterleib und den Erfahrungen im Leben eines jungen Vaters. So wundert sich Wennininger über Stoppersocken für zwei Wochen alte Säuglinge, philosophiert über die richtige Namensgebung und unsinnige Frühförderangebote, deren Anbieter in der Sendung mit Eduard Zimmermann, „Nepper, Schlepper, Bauernfänger“, Auftrittsgarantie gehabt hätten.

„Euer Senf in meinem Leben“ ist ein Kabarett über Menschen auf der Suche und dem „Meinungswahnsinn“ um uns herum. „Entscheidet doch selbst wie viel Senf ihr da drin haben wollt“, sagt Wenninger abschließend. Großer Applaus im Publikum und zwei Zugaben folgen.

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