Etwas anderer Klavierabend im „Klassikodeon“

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Pianist Axel Zwingenberger ist eine absolue Boogie-Woogie-Größe. Nach einem privaten Gastspiel vor Jahren spielt er nun erstmals vor großem Publikum in der Schlosskapelle. Foto: Imago-Stock

Jülich. Das hat es schon einmal gegeben. Vor 15 Jahren war Axel Zwingenberger Stargast einer privaten Geburtstagsfeier in Jülich und begeisterte mit seiner fetzigen Musik. Auch dem Musikvirtuosen hatte das Ambiente in der Schlosskapelle so gut gefallen, dass er der Einladung zu einem erneuten Auftritt sehr gerne Folge leistet.

Auch das diesjährige Sonderkonzert der Jülicher Schlosskonzerte ist in enger Kooperation mit dem Jazzclub Jülich vorbereitet worden. Axel Zwingenberger ist einer der renommiertesten Interpreten des Boogie-Woogie in Deutschland. Er steht in der Tradition der großen Alten dieses Klavierstils.

Mit seinen scharf akzentuierten, rollenden Bassfiguren, die eine linke Hand von fast maschineller Präzision erfordern, sowie den in der rechten Hand improvisierten, unaufhörlich wechselnden Bluesvariationen mit Trillern, Tremoli und abwechselnden Melodiefiguren im Charakter einer Gegenstimme vermag der Stil bis heute Pianisten wie Zuhörer in den Bann zu ziehen.

Der Boogie Woogie ist Teil des Blues, also eine der wichtigsten Wurzeln der Jazzmusik, und kommt somit unmittelbar aus der ländlichen Folklore der USA. Erste Boogie-artige Spielweisen entwickelten sich um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert in regionalen Zirkeln, hauptsächlich im Süden der USA, und verbreiteten sich durch mündliche Weitergabe. Die frühen Bluespiano-Spielarten sind auch als „Barrelhouse-Stil“ bekannt geworden und noch wesentlich einfacher strukturiert als der spätere, häufig virtuose Boogie Woogie.

Seinen Namen bekam dieser Stil schließlich durch eine Aufnahme von Clarence Pine Top Smith aus dem Jahre 1928, dem „Pine Top‘s Boogie Woogie“. Beim „Pine Top‘s Boogie Woogie“ handelt es sich um eine Tanzanleitung mit Klavierbegleitung im schnellen Achtelbeat, und der ungehörige Tanz wurde blitzartig in den Blues- und Boogiezentren wie etwa Chicago populär.

Neben Pine Top Smith zählten Jimmy Yancey, Meade Lux Lewis, Albert Ammons, Pete Johnson, Cripple Clarence Lofton, Wesley Wallace, Cow Cow Davenport, Montana Taylor, Romeo Nelson, Hersal Thomas, Charlie Spand und Speckled Red zu den Königen des Boogie Woogie.

Die Konzertbesucher am 30. Juni erwartet also um 20 Uhr ein „etwas anderer“ Klavierabend in die Schlosskapelle! Restkarten der Preisgruppe III zu 15 Euro gibt es noch.

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