Jülich - „Es ist ein bisschen wie Weihnachten”

„Es ist ein bisschen wie Weihnachten”

Von: ars
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Wer eine richtige Puppenmutter
Wer eine richtige Puppenmutter sein will, lernt im Kindergarten „Die kleinen Strolche” auch, wie man den Erzieherinnen wie Gertrud Gärtner (rechts) und Heike Mertes den Tee serviert. Foto: Schenk

Jülich. So schwärmt Getrud Gärtner, Leiterin des Familienzentrums „Die kleinen Strolche” der Evangelischen Kirchengemeinde Jülich angesichts der großen Veränderungen in der Einrichtung.

Denn die adventliche Stimmung hält noch im neuen Jahr an, schließlich beginnt jetzt nach einer mehrere Monate langer Bauphase und anschließenden Umräumarbeiten die Zeit, in der die neue Situation so richtig genossen werden kann.

Der für eine Aufnahme von Kindern unter drei Jahren dringend benötigte Ausbau startete Ende Juli 2011 und geht mit Sanierungsmaßnahmen einher. Das ist eine starke Belastung für den Träger der Einrichtung, die Evangelische Kirchengemeinde Jülich. Aber Mühen und Kosten haben sich sichtbar und merklich gelohnt. „Jede Gruppe hat einen tollen neuen Gruppenraum und zusätzlich einen Schlaf- und eine Nebenraum”, erklärt Gertrud Gärtner.

So können die Kinder jederzeit ihrem individuellen Schlafbedarf nachgehen - egal ob um 11 Uhr morgens oder um 14 Uhr nachmittags - oder die Matratzenecke nutzen, um zu lesen oder zu kuscheln.

Andererseits können sie ihre Bau- und Konstruktionspläne in die Tat umsetzen, in der Puppenecke spielen oder im Kreativraum mit Kleister und Fingerfarbe experimentieren und die fertigen Werke dann im Trockenwagen auslegen. „Das muss nicht alles extra weg geräumt werden”, erklärt die Leiterin, „so etwas kann man nur, wenn Platz da ist.”

Eine zusätzliche Möglichkeit, um sich auszutoben, bietet der 50 Quadratmeter große Bewegungsraum, den die Kinder jederzeit in Anspruch nehmen können, um Tänze zu üben oder mit einem Softball Fußball zu spielen.

Weitere Anreize bieten hier ein Bällebad und ein Klettergerüst. Seit 2008 nimmt die Kindertagesstätte Kinder unter drei Jahren auf. Um die vorgeschriebenen Kapazitäten zu erfüllen, musste der Träger räumlich.

Unter anderem ist so auch ein Wickelraum mit Windeln, Ersatzkleidung und Duschmöglichkeit entstanden. Nun hofft Gertrud Gärtner, mit dem Kreis Düren das Angebot auf unter Zweijährige zu erweitern: „0 bis 14 Jahre - das wäre unser Traum.”

Schließlich gehört zur Kindertagestätte auch ein Hort, der auch in einem großen Teil der Ferien bis 17.30 Uhr offen ist und neben einer intensiven Hausaufgabenbetreuung ein vielfältiges Freizeitprogramm bietet. „So sind wir derzeit in der Lage, 70 Plätze für Kinder und Jugendliche zwischen 2 und 14 Jahren anzubieten”, bekräftigt die Leiterin. Im Hort werden Kinder vom ersten bis zum sechsten Schuljahr aus allen Formen betreut, verschiedene Grundschulen, Schirmerschule, Realschule, Zitadelle, Mädchengymnasium und Haus Overbach. „Aufgrund der großen Altersspanne bieten die Kleinen Strolche so die einzigartige Möglichkeit, in familiäre soziale Bindungen zu kommen”, ist sich Gertrud Gärtner sicher. Wegen der hohen Nachfrage ist die Aufrechterhaltung des Betriebes auch für 2013 garantiert, was auch die Hoffnung stärkt, den Hort auch noch lange darüber hinaus aufrecht erhalten zu können. Immerhin gehört er zu den 20 Prozent, die das Land Nordrhein-Westfalen fördert. „Das gibt den Eltern viel Planungssicherheit”, unterstreicht die stellvertretende Leiterin Ira Blum.

Die offizielle Einweihung ist für Sonntag, 29. April, mit einem kleinen Programm, darunter ein Gottesdienst ab 10 Uhr sowie Kindersachenflohmarkt, Musik, Spiel, Spaß und Cafeteria ab 11.30 Uhr geplant. Eltern können sich dann ein Bild über die Einrichtung machen. Bis dahin soll auch das Außengelände inklusive Fußballplatz fertig gestaltet sein.

Die Kinder verleihen ihrer Begeisterung unterdessen reichlich Ausdruck. „Das ist ja echtes Spülwasser!”, entfährt es der 3-jährigen Mariella in der Kinderküche. Sie machen nicht nur Kakao und waschen Weintrauben, sie lernen auch, den Platz sauber und ordentlich zu hinterlassen. Das stärkt die Selbstständigkeit und fördert Verantwortungsgefühl. Gerade diese Eigenständigkeit war zuvor in der großen Küche kaum umsetzbar, heben die Erzieherinnen hervor. „Das sind Dinge, die wir vorher so gar nicht kannten.” Überhaupt gehen die jungen Menschen nun viel ruhiger und vor allem weniger Konflikt beladen ans Werk.

So stehen Lina und Julia gerade in der Küche, spülen und trocknen ab. „Wollt ihr nicht nach draußen?”, fragt Erzieherin Heike Mertes? Doch sie erntet nur ein Kopfschütteln. „Es ist wie ein Traum”, bestätigt auch sie, „ich hoffe nur, dass ich nicht eines Tages daraus aufwache.” Doch die Gefahr scheint kaum zu bestehen. Davon ist Leiterin Gertrud Gärtner überzeugt: „Nichts ist so konstant wie die Veränderungen!”
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