Es blüht und grünt in der Schimmelbastion

Von: Volker Uerlings
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Die dunklen Flecken an der Decke sind durch Feuchtigkeitseintritt entstanden und nicht nur in diesem Bereich zu finden. Grünspan und Schimmel beherrschen derzeit die Gewölbe der Bastion. Foto: Uerlings

Jülich. Die Blumenhalle im Brückenkopf-Park ist zweifelsfrei ein gefragter Veranstaltungsort. Gleich nebenan allerdings befindet sich ein für manche Zwecke noch attraktiverer, der aber seit mehr als einem Jahrzehnt nicht genutzt werden kann. Es ist die Südbastion des napoleonischen Brückenkopfes und mithin Bestandteil eines der bedeutenden Denkmäler der Herzogstadt.

Nach der Landesgartenschau 1998 wurde die Nutzung der alten Gewölbe eingestellt. Durch massive Feuchteschäden und einen folgenden Rechtsstreit verschwand der stimmungsvolle Ort praktisch von der Bildfläche. Jetzt aber öffnet die Stadt vorsichtig die Tür.

Sicher ist, dass es nicht billig wird, die Bastion wieder nutzbar zu machen. Das inzwischen veraltete Sanierungskonzept aus 2001/2002 sah einen finanziellen Aufwand von einer Million D-Mark vor. „Die Schadensbilder könnten sich aber vergrößert haben. Und der Stand der Technik ist inzwischen auch ein anderer”, so Heuter. Die Stadtverwaltung geht von mindestens 800.000 Euro aus.

Dieses Geld muss die klamme Herzogstadt nicht allein aufbringen, ein erklecklicher Anteil aber bleibt. Der Rechtsstreit endete vor drei Jahren mit einem Vergleich und der Zahlung von 200.000 Euro an die Stadt. Das Geld ist da. Daneben wurden auf Initiative des Landtagsabgeordneten Josef Wirtz bereits Fördermittel von 56.000 Euro für die Planung bewilligt. Einen weiteren Förderbescheid über 312.000 Euro hat das Bauministerium NRW bestätigt. Damit bleibt für die Stadt noch ein Betrag von 232.000 Euro.

Kämmerer Andreas Prömpers sieht zumindest formal die Finanzierungsmöglichkeit im Haushalt: Gut 800.000 Euro stünden im Etat 2010 für die Südbastion zur Verfügung und dürften wohl auch ausgegeben werden. Jülich befindet sich ja mit seinem 25-Millionen-Defizit im Nothaushalt und darf nicht mehr ohne weiteres alles finanzieren, was es möchte. „Da aber in der Vergangenheit Maßnahmen angelaufen sind, die jetzt fortgeführt werden, ist das darstellbar”, erklärt „Finanzminister” Prömpers die juristische Feinheit.

Die Zuschüsse vom Land stehen allerdings nicht unbefristet zur Verfügung.

Die erste Summe (56.000 Euro) sollte bis Ende 2011 abgerufen werden, was derzeit mit der Erstellung des Sanierungskonzeptes faktisch schon auf den Weg gebracht worden ist. Für den zweiten Bewilligungsbescheid bleibt Zeit bis Ende 2013.

Bis dahin sollte den Schimmelsporen und dem Grünspan der Garaus gemacht worden sein. Sie beherrschen auch aktuell noch weite Teile der zweigeschossigen Bastion, die sich für kulturelle Zwecke bestens eignet - wenn alles in Ordnung ist.
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