Erstmalig Schwankungen der Sonneneinstrahlung erfasst

Letzte Aktualisierung:
6031389.jpg
100 sogenannte Pyranometer des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung wurden rund um Jülich aufgestellt. Foto: FZJ

Jülich. Je höher die Sonne am Himmel steht, desto stärker spüren wir ihre wärmende Kraft. Doch nicht nur der Stand der Sonne beeinflusst die Intensität der Einstrahlung. Schwebeteilchen in der Atmosphäre und insbesondere Wolken können sowohl verstärken als auch abschwächen.

Dadurch schwankt die solare Einstrahlung, die auf den Boden trifft, erheblich. Wissenschaftler des Forschungszentrums Jülich und des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung erfassten bei gemeinsamen Untersuchungen in Jülich erstmalig in Deutschland die durch Wolken verursachten räumlichen Schwankungen einer Region.

Wolken ziehen mal schneller, mal langsamer über den Himmel und ändern dabei Gestalt und Größe. Die Sonneneinstrahlung auf den Boden fällt innerhalb weniger Meter ganz unterschiedlich aus. Das ist deshalb wichtig, weil die Sonneneinstrahlung die treibende Kraft hinter Prozessen wie Verdunstung und Erwärmung des Erdbodens und der Luft ist.

Für die Erfassung benötigten die Forscher ein dichtes Netzwerk an Messgeräten. Dazu nutzten sie die Infrastruktur des Tereno-Observatoriums „Eifel/Niederrheinische Bucht“ der Helmholtz-Gemeinschaft und des Sonderforschungsbereiches Transregio 32, den die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert.

Im Rahmen dieser beiden Projekte wurde das Einzugsgebiet der Rur dauerhaft mit Bodenfeuchte- und Wettermesstechnik ausgerüstet. Für den Zeitraum der Untersuchungen kamen 100 sogenannte Pyranometer hinzu. Diese Messgeräte erfassen mit Hilfe eines Sensors die Menge an solarer Einstrahlung auf eine horizontale Fläche über dem Boden. Die Geräte waren autark mit eigener Stromversorgung und Datenerfassung. Nach etwa sieben Tagen wurde die Daten ausgelesen und die Batterien ersetzt.

Die Pyranometer deckten eine Fläche von etwa zehn mal zehn Kilometern südöstlich von Jülich ab. Darüber hinaus waren Geräte im Nationalpark Eifel installiert worden. Die Messungen dort waren noch einmal speziell, denn Bäume geben zusätzlich Schatten und beeinflussen so die Sonneneinstrahlung auf den Boden. Dabei spielt auch Wind eine wichtige Rolle.

Die Untersuchungen schlossen nahtlos an die Messkampagne HOPE an, die im Frühjahr in Jülich vorgenommen wurden. Die beteiligten Wissenschaftler erwarten von den Auswertungen einen Durchbruch im Verständnis der Rolle von Wolken im Strahlungshaushalt und damit im Klimasystem unseres Planeten.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert