Erster Schritt zur Gesamtschule Linnich-Aldenhoven

Von: Otto Jonel
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Bürgermeister Wolfgang Witkop
Bürgermeister Wolfgang Witkopp sieht keine Alternative zur Gesamtschul-Kooperation. Foto: Jonel

Linnich. Die Stadt Linnich hat einen bedeutsamen und zukunftsweisenden Prozess eingeleitet. Mit großer Mehrheit beschloss der Stadtrat die Einleitung des Verfahrens zur Einrichtung einer Gesamtschule in Kooperation mit der Gemeinde Aldenhoven.

Die neun Gegenstimmen kamen ausschließlich aus dem Lager der CDU-Ratsfraktion.

Vor interessierter Zuhörerkulisse bestritt CDU-Fraktionsvorsitzender Hans-Willi Dohmen den Großteil der Redebeiträge zu dem Thema, das Bürgermeister Wolfgang Witkopp als „einen existenziellen Punkt für Linnich auf der Tagesordnung” wertete. Witkopp, ehemals Lehrer am Jülicher Gymnasium Zitadelle, hielt an diesem Abend das eindringlichste Plädoyer für die Gesamtschule.

Mit Verweis auf die nicht zustande gekommene Kooperation mit der Gemeinde Titz, auf die angespannte Situation im Sekundarbereich I (Haupt- und Realschule) und die Prognosen zur Entwicklung der Schullandschaft in den kommenden Jahren, war der Bürgermeister zu einem eindeutigen Schluss gekommen: Linnich habe seiner Einschätzung nach keine Möglichkeit, eine Stadt Linnich bleibe keine andere Möglichkeit, als eine Kooperation mit einer anderen Kommune einzugehen: „Und das ist nur noch Aldenhoven.”

Einzige Alternative sei der bewusste Verzicht auf eine Sekundarstufe in Linnich. „Dann aber geben wir unsere Jugend an die Nachbarkommunen ab.” Das werde Auswirkungen auf alle Lebensbereiche haben, denn diese Jugendlichen würden sich auch in sozialen Umfeld an ihren Schulstandorten orientieren. Hingegen würde die Möglichkeit, an der neuen Gesamtschule auch den Abschluss der Sekundarstufe II (Hochschulreife) zu machen, die Jugend an ihr gewohntes Umfeld binden.

Einen etwas anderen Ansatz hatte Dr. Klaus Selter (FDP), der aber zur gleichen Schlussfolgerung kam. Er habe ursprünglich dafür plädiert, „die Schullandschaft in Linnich zu erhalten, wie sie ist”. Nach dem Schulkonsens von SPD, Bündnisgrünen und CDU in NRW - „den ich als Verrat der CDU ansehe” -, und dem Wahlsieg von Rot-Grün im Land gehe der Zug eindeutig Richtung Gesamtschule. Gestützt auf die gutachterlichen Aussagen sehe er langfristige keine Überlebenschance für Haupt- und Realschule. Er stimme „schweren Herzens” zu, den Prozess zur Einrichtung der ersten Nordkreis-Gesamtschule einzuleiten.

Den Exitus der Hauptschule und das Siechtum der Realschule hatte Christoph Barzen (Bündnisgrüne) vor Augen, der folgerte: „Wenn wir gemeinsam mit Aldenhoven den Erhalt der Sekundarstufe schaffen, dann haben wir alle doch gewonnen.” Ebenso argumentierte Mark Dremel (UWG PKL): „Wir dürfen uns Neuem nicht verschließen. Die Hauptschule stirbt - und in eine paar Jahren die Realschule.”

CDU-Fraktionschef Dohmen griff eine Forderung von Andreas Venrath auf, der als Klassenpflegschaftsvorsitzender der 3a der Katholische Grundschule im Namen von 23 Eltern die Einbindung der Eltern bei der Entscheidung über die Gesamtschule einforderte. Genau das, so Dohmen, sei durch den Antrag von SPD, Grünen und PKL auf Einrichtung der Gesamtschule Makulatur.

Dohmen zweifelte Objektivität der Gutachter an und forderte vehement die Einbindung des Elternwillens in den Entscheidungsprozess ein. Zudem sehe er „die Bedürfnisse der Linnicher Schüler im Bereich Sekundarstufe II” durch bewährte Gymnasien ind er Nachbarschaft abgedeckt. Ohne Mitwirkung der Eltern solle kein Beschluss gefasst werden, appellierte Dohmen.

Die SPD hielt sich in der Debatte zurück, willigte aber sofort einer geänderten Formulierung zu, die die Einleitung des Prozesses, nicht direkt die einer Gesamtschule vorsieht.
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