Erste integrative Firmung in der Rochuskirche

Von: ng
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Gelungene Integration: Janine Schnell verlas bei der Firmung in der Rochuskirche eine Fürbitte für die 16-jährige Ramona Steinbusch, die am Down-Syndrom leidet. Foto: Gottfroh

Jülich. Für Ramona Steinbusch (16) und ihre Eltern war ein großer Wunsch in Erfüllung gegangen. Das behinderte Mädchen wurde in der Rochuskirche in Jülich integrativ gefirmt.

„In der Regel ist eine gemeinsame Firmung von behinderten und nicht behinderten jungen Menschen eher die Ausnahme, da man wie auch zur Kommunion getrennte Messen für Menschen mit Handicap bietet,” erklärte Mutter Petra Steinbusch. „Mir ist in der Umgebung keine integrative Kommunion oder Firmung bekannt.” Pfarrer Konrad Keutmann machte dies möglich.

Ramonas Mutter setzt sich für die Integration von Behinderten ein. „Für mich besitzt diese Firmung einen großen Vorbildcharakter. Besonders beeindruckt war ich, als die anderen elf Firmlinge Ramona kennen lernten und sie sofort akzeptierten. Sie haben ihr während der halbjährigen Vorbereitungen das Gefühl gegeben, ein Teil ihrer Gemeinschaft zu sein.”

Ein besonders schöner und rührender Moment für die ganze Familie entstand, als sich die 16-Jährige, die an dem Down-Syndrom leidet, für eine Fürbitte meldete. Pfarrer Keutmann gab ihr diese, ohne zu zögern. Während sich Ramonas Mutter noch Gedanken darüber machte, wer die Fürbitte für ihre Tochter lesen könnte, meldete sich spontan Firmling Janine Schnell, die sich anbot, für Ramona zu lesen.

Selbstbewusst gingen Ramona und Janine zum Podium, wo die Fürbitte verlesen wurde und Ramona eine Kerze anzünden durfte. „Für unsere Tochter war es einer der schönsten Momente ihres Lebens, denn sie genießt integrative Momente immer sehr bewusst. Ihr Selbstbewusstsein und ihre Selbstständigkeit werden dadurch gefördert”, betonte Petra Steinbusch. Auch Außenstehenden blieb die glückliche Stimmung von Ramona nach der Firmung nicht verborgen.

„Wir wünschen auch anderen Eltern dieses Erlebnis. Ob und inwiefern Integration möglich ist, liegt an den individuellen Fähigkeiten. Bei nicht behinderten Menschen spielen Toleranz und Sozialverhalten eine wichtige Rolle. Auf beiden Seiten sollten Bedürfnisse in Einklang gebracht werden. Integration lässt sich nicht diktieren, sie entsteht aus gegenseitiger Sympathie und im Miteinander”, sagte Petra Steinbusch.
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