Linnich - „Erste Hilfe“ für Angehörige: Neue Pflegekurse im St. Josef-Krankenhaus

„Erste Hilfe“ für Angehörige: Neue Pflegekurse im St. Josef-Krankenhaus

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Pflegenden Angehörigen von an Demenz erkrankten Menschen bietet das St. Josef-Krankenhaus Hilfestellung bei der Bewältigung des Pflegealltags. Foto: imago/Westend61

Linnich. Die „Familiale Pflege“ des St. Josef-Krankenhauses Linnich bietet im Juni einen neuen Pflegekurs „Häusliche Pflege und Betreuung für Menschen mit Demenz“ an. Er findet statt am 22. und 30. Juni und am 6. Juli jeweils von 14.30 bis 18 Uhr.

Der Pflegekurs richtet sich an alle Angehörigen, die Menschen mit Demenz in der Familie versorgen. Inhalte des Kurses sind zum Beispiel Körperpflege, Inkontinenzversorgung, Ernährung, Informationen aus der Pflegeversicherung, Alltagsstrukturierung und Bewältigung des oft schwierigen Pflegealltags.

Zu den Pflegekursen können sich Familienangehörige sowie alle interessierten Personen anmelden, er ist kostenfrei. Die Teilnehmerzahl ist auf sechs Personen begrenzt.

Anmeldungen werden erbeten unter der Telefonnummer 02462-2041212 oder per E-Mail an familialepflege.sjk-li@ct-west.de. Treffpunkt ist an der Zentrale des St. Josef-Krankenhauses. Elisabeth Leisten und Birgit Dohmen freuen sich auf die Teilnehmer.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des St. Josef-Krankenhauses sind im Rahmen des demenzsensiblen Krankenhauses bereits besonders auf die an Demenz erkrankten Patienten vorbereitet.

Personelle und räumliche Maßnahmen wurden umgesetzt, um sich auf die Bedürfnisse dieser Patientengruppe einzustellen.

Besondere Betreuung

Eine besondere Betreuung erfährt der Patient durch das speziell geschulte Fachpersonal. Das Team um die Demenzexpertinnen wird unterstützt von geschulten Betreuungskräften. Auch die Einbeziehung der Angehörigen und der Pflegeheime ist sehr wichtig, weil über die Informationen über die Vergangenheit (Biografie) des Patienten, die Betreuung verbessert werden kann. Das sogenannte „Roomin in“ ermöglicht es darüber hinaus Angehörigen, ihr Familienmitglied während des Krankenhausaufenthaltes zu begleiten.

Für die Patienten wurden zum Beispiel spezielle Zimmer eingerichtet, mit warmen Farbtönen gestaltet und mit bedarfsgerechtem Mobiliar für ein wohnliches Ambiente. Die Türen sind zudem mit handgemalten Bildern mit einfachen Motiven gekennzeichnet, damit dem Patienten die Orientierung innerhalb der Station erleichtert wird. Handläufe bieten zusätzlichen Halt und die höhenverstellbaren Betten ermöglichen dem Patienten ein selbstständiges und sicheres Aufstehen.

Aromapflege, Snoezelwagen und Bobath ergänzen die Pflege im Krankenhaus. Außerdem ist die Station mit Infrarot-Sendern ausgestattet. Die demenziell erkrankten Patienten tragen eine Uhr, die als Desorientierungshilfe Alarm am Schwesterndienstplatz auslöst, wenn der Träger den gekennzeichneten Bereich verlässt. Dieses System bietet den Beteiligten mehr Sicherheit, sodass sie sich auf der Station freier bewegen können.

Für pflegende Angehörige bietet das St. Josef-Krankenhaus Linnich zudem bereits seit 2013 Pflegekurse im Rahmen des Projektes „Familiale Pflege“ an. Angehörige, die die Aufgabe der Pflege daheim übernehmen, erhalten Unterstützungsangebote, die der Unterstützung und Kompetenzförderung von pflegenden Familien im Übergang vom Krankenhaus in die häusliche Versorgung dienen. Zu den Unterstützungsangeboten gehören Pflegekurse, Gesprächskreise und auf den Patienten abgestimmte Pflegetrainings am Patientenbett und individuelle Pflegetrainings zu Hause in der gewohnten Umgebung, um die tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort zu berücksichtigen.

Das St. Josef-Krankenhaus möchte von Beginn an helfen, mit der zunächst ungewohnten Situation und den Herausforderungen der anspruchsvollen Aufgabe der häuslichen Pflege zurechtzukommen.

Dies erfolgt nun auch für Angehörige von an Demenz erkrankten Menschen. Das Modellprojekt „Familiale Pflege“ wird von der AOK Rheinland/Hamburg finanziert und von der Universität in Bielefeld wissenschaftlich begleitet. Das komplette Angebot ist für pflegende Angehörige kostenfrei und kann unabhängig von der Krankenkassenzugehörigkeit in Anspruch genommen werden.

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