Erste Demenz-Lotsen können ihre Arbeit aufnehmen

Von: Kr.
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Zertifikate erhalten: Die Deme
Zertifikate erhalten: Die Demenz-Lotsen der Stadt Jülich mit Christoph Tober und Dezernentin Katarina Esser (r.). Foto: Kr.

Jülich. Die ersten ehrenamtlichen Demenz-Lotsen der Stadt Jülich haben jetzt ihre Zertifikate erhalten. Das Vorhaben war beim Ideenwettbewerb „Bürger.Leben.Kommune”, der vom Land NRW, dem Bund und dem Versicherungskonzern Generali ausgelobt worden war, vor einem Jahr mit 4000 Euro honoriert worden.

Intensiv wurde seither an diesem Pilotprojekt gearbeitet. Im Frühjahr wurde mit der Ausbildung begonnen. Über zweieinhalb Monate lang drückten Rita Rohrer, Marlies Leenen, Barbara Lafos-Teschers, Elisabeth Hoven, Doris Merz und Monika Pinell noch einmal 60 Stunden die „Schulbank”. Vieles haben sie in dieser Zeit über die Erkrankung erfahren. So wurde über das Krankheitsbild an sich gesprochen, über den Umgang mit den Erkrankten, über Pflegeversicherung, Patientenverfügung aber auch über das eigene Zeitmanagement und die Organisation.

Ein wichtiger Bestandteil war unter anderem die Biografie-Arbeit, denn viele Eigenheiten, die Demenzkranke entwickeln, gehen auf ihre Vergangenheit zurück. Unterstützt wurde das Projekt von der Alzheimergesellschaft, Hospizdienst, Demenzservice-Zentrum, Diakonie, Altenpflegeeinrichtungen und etlichen mehr. Die Lotsen hinein leisteten außerdem einen praktischen Teil in der Tagespflege und auf der Demenzstation des Altenzentrums St. Hildegard ab und erlebten so den Umgang mit den Patienten hautnah.

„Es waren viele einzelne Puzzleteile, die sich im Nachhinein zu einem Ganzen fügten”, stellte eine der Teilnehmerinnen fest. Sie zogen ein rund herum positives Fazit ihrer Ausbildung. „Wir haben vor allem gelernt, das Glas nicht halb leer, sondern halb voll zu sehen im Umgang mit den Demenzkranken”, erklärte Barbara Lafos-Teschers, die gemeinsam mit Marlies Leenen und Rita Rohrer als Demenz-Lotsin arbeiten will. Die übrigen drei Damen wollen ihr Wissen im privaten Bereich anwenden.

„Wir wissen auch, dass wir mit dieser Ausbildung keine Experten für Demenzerkrankung geworden sind, aber wir können den Betroffenen und ihren Familien einen individuellen Weg durch diese Zeit weisen”, meinte Rita Rohrer. Ihre Hochachtung drückte Dezernentin Katarina Esser den Absolventinnen des Lehrgangs bei der Übergabe der Zertifikate aus. „Demenz geht uns alle an, auch den Kommunen. Es ist keine leichte Aufgabe, die Sie auf sich nehmen und es ist eine große Herausforderung”, meinte sie.

Gemeinsam mit Christoph Tober, der das Konzept erarbeitet hatte und die Damen begleitete, überreichte sie die Zeugnisse. Für den 26. Juli ist noch ein Auftakttreffen im Rathaus geplant, es wird noch eine Einweisung geben. Und dann werden die Ehrenamtler ihre Arbeit aufnehmen.
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