Erst eine Fahrschule setzt schon auf Elektrofahrzeuge

Von: Laura Broderius
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Optisch besteht kaum ein Unterschied: Maximilian Jankowski mit dem Elektromotorrad BMW C Evolution, das zum Fuhrpark seiner Fahrschule gehört. Foto: Laura Broderius

Jülich. „Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit“ lautet das Motto von Maximilian Jankowski, Inhaber einer Jülicher Fahrschule. Mit dem BMW i 3 und dem Elektromotorrad BMW C Evolution hat er seinen Fuhrpark in Sachen Elektromobilität erweitert und auf den neusten Stand gebracht.

Keine andere Fahrschule in der Region besitzt Elektroautos und laut BMW Aachen hat der Autohersteller in ganz NRW auch sonst noch kein Elektroauto an eine Fahrschule verkauft.

Davon lässt sich Jankowski aber nicht beirren. In Deutschland beharre man eben immer noch sehr auf Fahrzeugen, die manuell geschaltet werden. Ein Automatik-Getriebe werde von Fahrschülern kaum angefragt, da man mit dem Automatik-Führerschein keinen Schaltwagen fahren darf. Einen Fahrschulwagen mit Automatik hatte Jankowski schon vor den beiden Elektrofahrzeugen.

Wie er damit die Nachfrage bedienen will, beantwortet er so: „Wir haben letztes Jahr an einer Studie mit 35 anderen Fahrschulen teilgenommen, in der Automatik als Teil der Fahrschulausbildung getestet wurde. Gruppe 1 fuhr mit ihren Fahrschülern nur Schaltung, Gruppe 2 fuhr anfangs Automatik und stieg dann auf Schaltung um. Als Teilnehmer der Gruppe 2 machten wir die Erfahrung, dass der Wechsel von Automatik auf Schaltung problemlos verläuft. Auch ist Automatik als Einstieg eine große Erleichterung für den Schüler, der sich erst einmal darauf konzentrieren kann, ein Gefühl für das Auto zu bekommen, ehe er seine Konzentration auf das Schalten lenkt. So geht die Ausbildung schneller und effektiver.“

Die Idee sei also, die Elektrofahrzeuge genau wie die Automatikautos durch einzelne Fahrstunden in die Fahrschulausbildung zu integrieren. So lernt der Schüler immer noch Schaltung, lernt aber auch Automatik- und Elektrofahrzeuge kennen.

„Elektroautos finden immer mehr Verwendung. Vor allem in Städten, in denen es immer mehr abgasfreie Zonen wegen der hohen Luftverschmutzung gibt“, sagt Jankowski.

Auch seien in Städten die kurzen Strecken ein Vorteil für die geringe Reichweite der Elektroautos. Mit rund 300 km pro Ladung beim Elektroauto und einer Reichweite von 120 km pro Ladung beim Elektromotorrad komme der Fahrschüler aber auch ohne Probleme in einer Fahrstunde aus.

„Ich glaube, dass es wichtig ist, Fahrschüler mit der Technologie des Elektroautos vertraut zu machen, und ich glaube auch, dass viele Fahrschüler ein großes Interesse daran haben werden.“, sagt er.

In der Fahrweise gebe es auch Unterschiede. Ein Elektroauto beschleunigt zum Beispiel stärker und verursacht praktisch keine Geräusche.

Lohnt sich die Anschaffung von Elektroautos finanziell überhaupt? „Wir bekommen ja eine Umweltprämie von 4000 Euro, das erleichtert die Sache schon etwas“, so Jankowski. Natürlich mache man dadurch wahrscheinlich nicht mehr Gewinn als vorher, aber schließlich gehe es um den Bildungsauftrag.

Technik ist noch ausbaufähig

Die Elektrotechnik sei noch ausbaufähig und auch die CO2-Emissionen eines Elektrofahrzeuges seien indirekt noch nicht geringer als die eines Fahrzeuges mit Verbrennungsmotor, da der Großteil des Stroms immer noch aus den Kohlekraftwerken stamme. Trotzdem gehe es immer mehr in die Richtung der regenerativen Energien. Die Elektroautos werden besser und es gibt auch schon erste Entwicklungen von Elektro-Lkw. Auch wenn also vieles noch in den Kinderschuhen steckt, gehen die Entwicklungen weiter. „Viele Fahrlehrer bekommen kaum noch Lkw oder Busse mit Schaltgetriebe. Sowieso wird es in Zukunft immer mehr Fahrzeuge geben, die nur noch mit Automatik hergestellt werden“, vermutet Jankowski.

Seit fünf Jahren ist er Fahrlehrer und hat sich vor drei Jahren selbstständig gemacht. Den Entwicklungen will er sich jedenfalls nicht in den Weg stellen und neue Technologien in die Fahrschulausbildung einbringen. Auch wenn er jetzt noch einer der „Pioniere in der Elektromobilität“ ist, glaubt er fest daran, dass in Zukunft immer mehr nachziehen werden. Denn: „Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.“

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