Ernte „noch zufriedenstellend”

Von: Dietmar Engels
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Kreis Düren. Ganz so schlecht wie zeitweilig befürchtet ist die Getreideernte in diesem Jahr dann noch nicht ausgefallen. „Die Ackerbauen sind noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen”, sagt Franz Josef Kügelgen, Vorsitzender Kreisbauernschaft. Er bezeichnet das Ergebnis als „noch zufriedenstellend”.

Wie kaum ein anderer Teil der Wirtschaft ist die Landwirtschaft vom Wetter abhängig. Das lässt sich halt nicht beeinflussen, die Bauern sind den klimatischen Bedingungen hilflos ausgeliefert.

Kügelgen: „Im Frühjahr war es zu kalt für das Getreide, im Juni und Juli viel zu heiß und im August entschieden zu nass.” Je nach Standort seien die Erträge im Kreis Düren um fünf bis zehn Prozent, teilweise aber auch bis zu 20 Prozent gesunken. Da gleichzeitig die Marktpreise vor allem beim Weizen gestiegen sein, habe der Verlust zum Teil wieder wett gemacht werden können.

Kügelgen: „Im vergangenen Jahr erzielten die Ackerbauern pro Doppelzentner (100 Kilogramm) Weizenkörner im Durchschnitt zehn bis elf Euro. In diesem Jahr dürfte der Durchschnittswert bei 13 bis 14 Euro liegen. Je nach Vertragsgestaltung mit den Abnehmern können diese Werte erheblich differieren. Oft wird der Preis vor der Ernte vereinbart. Wer jetzt über eine ,freie Spitze´ verfügt, kann mit bis zu 20 Euro je Doppelzentner rechnen.”

Die genannten Preise beziehen sich auf Brotgetreide, das einer bestimmten Qualität entspricht. Wird die geforderte Güte nicht erreicht, wird das Getreide an Tiere verfüttert. Futtergetreide ist erheblich billiger als Brotgetreide. Steht das Getreide etwa wegen Regens zu lange auf dem Feld, sinkt die Qualität rapide. Das ist vielen Ackerbauern passiert, weil sich die Ernte in diesem Jahr volle vier Wochen lang hinzog. In einem guten Jahr dauert das gerade Mal eine Woche.

Müssen sich die Verbraucher jetzt auf höhere Brotpreise einstellen? Der Vorsitzende der Kreisbauernschaft: „Preiserhöhungen beim Bäcker oder Brotfabriken sind trotz der gestiegenen Mehlpreise eigentlich nicht zu rechtfertigen. Beim einem Brötchen macht das Mehl nur etwa vier Prozent des Verkaufspreises aus. Die moderat gestiegenen Getreidepreise führen zu einer Verteuerung von unter einem Cent pro produziertem Brötchen”.

Könnte beim Mehl ein Engpass auftreten? „Speziell im Rheinland ist das nicht zu erwarten,” beruhigt Kügelgen. „Die Ernte war noch so gut, dass allenfalls ein kleiner Teil des Bedarfes durch Importe von anders woher gedeckt werden muss. In vielen anderen Teilen Deutschlands sieht das anders aus.”
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