Erinnerungen an den Friedensacker wach gehalten

Von: Kr.
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30 Jahre nach dem Erwerb des Friedensackers in Glimbach lud die pax christi-Gruppe Erftstadt noch einmal zum Gedenken dorthin ein. Foto: Krol

Glimbach. Sicherlich können sich viele Leser noch gut an die zahlreichen Aktionen und Proteste der Friedensbewegung erinnern, als in den 1980er Jahren bekannt wurde, dass die Nato am Moolberg in Glimbach den Bau eines Bunkers plante.

Zügig gingen trotz aller Proteste die Arbeiten voran, doch kleine Nadelstiche konnten die Pazifisten dennoch setzen. So wollte die Nato noch 6000 qm Ackerland erwerben, um es in die Schutzzone rund um den Bunker zu integrieren. Doch hier wurde die Friedensbewegung aktiv. Am 1. Juli 1986 erstand sie diesen Acker, der unter der Gemarkung Glimbach, Flur 3, Parzelle 81 im Grundbuch eingetragen war, für immerhin 70.000 DM. Als neue Eigentümer ließen sich 600 Personen und Initiativen ins Grundbuch eintragen.

Unter den neuen Eigentümern waren auch die pax christi-Gruppen aus Erftstadt und Jülich. Damit wurde den Eigentümern auf der anderen Seite des Zauns eine Enteignung deutlich erschwert und es blieb alles so, wie es ist. Der Nato-Bunker „Castle Gate“ ist mittlerweile in Betrieb, was für die pax-christi Mitglieder kein Grund zur Freude ist.

Aus dem Acker wurde eine Wiese mit zahlreichen Obstbäumen und an die zahlreichen Aktionen in früheren Jahren erinnert noch die Friedenspagode, die ein buddhistischer Mönch hier errichtete und dazu Steinen aus dem Konzentrationslager Groß-Rosen verwendete. Außerdem steht am Eingang zum Friedensacker ein Bildstock mit einer in Stein gearbeiteten Darstellung der Zeichnung „Jesus zerbricht ein Gewehr“, von Otto Pankok.

Um den Erhalt und die Pflege der beiden Bauwerke und des Geländes kümmert sich seit Jahren die pax christi-Gruppe Jülich. Ab und an trifft man sich auch dort, um der Vergangenheit zu gedenken und für den Frieden in der Welt zu bitten. 30 Jahre Friedensacker nahm die pax christi-Gruppe Erftstadt zum Anlass, noch einmal dorthin einzuladen.

Vom Ortseingang Glimbach ging‘s gemeinsam zunächst zum Bildstock, wo Gerd Pelzer und Bernhard Okonek die rund 30 Gäste begrüßten. Meditative Texte, Lieder und Gebete hatten sie vorbereitet, in denen die Frage nach dem Frieden ganz oben stand.

So lautete auch eine ihrer Fragen: „Was hat die Nato nachdem sie sich nach dem Zerfall des Warschauer Paktes neu aufgestellt hat, in Sachen Frieden bewirkt. Hat ihr Eingreifen in Ex-Jugoslawien, Irak, Afghanistan und Syrien Frieden gebracht?“ Von dort ging es weiter zum Schutzzaun und dann zur Friedenspagode, wo die Veranstaltung ihren Abschluss fand.

Hier forderten die beiden Organisatoren auf, nicht das Recht des Stärkeren sondern die Stärke des Rechts zu unterstützen. Am Rande der Veranstaltung berichtete außerdem einer der Anwesenden von einer kleinen Episode.

Er hatte in der vergangenen Woche auf dem Friedensacker nach dem Rechten gesehen und dabei zwei Mitarbeiter des Bunkers dabei ertappt, wie sie über den Zaun wollten, um an die Äpfel auf dem Gelände zu kommen. „Da sieht man, was die militärische Seite anzieht: Es sind die paradiesischen Friedensäpfel, die hier wachsen“, erklärte dazu Gerd Pelzer.

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