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Erinnerung an 300 Ermordete

Letzte Aktualisierung:

Jülich. Die Jülicher Gesellschaft gegen das Vergessen und für die Toleranz lädt am 4. Dezember zu einer Feierstunde aus Anlass des zehnjährigen Bestehens des Mahnmals für die ermordeten Juden des Jülicher Landes (Nordkreis Düren).

Um 11 Uhr beginnt im Jülicher Kaiserhof die Veranstaltung, zu der Wolfgang Clement, Harry Voigtsberger und Dr. Jan-Robert von Renesse als Referenten gewonnen werden konnten. Der Eintritt ist frei.

Am 2. Dezember 2001 war es, als das Mahnmal für die ermordeten Juden des Nordkreises Düren der Öffentlichkeit übergeben wurde. Seitdem hält es die Erinnerung an die Opfer und die Taten der Nationalsozialsten aufrecht. Schirmherr war der damalige NRW-Ministerpräsident Wolfgang Clement. Das Mahnmal wurde von einer breiten Öffentlichkeit getragen. Ein Viertel der Kosten trug die Stadt Jülich. Die Firma Lamers spendete das Fundament, während die größte Einzelspende von August Jagdfeld kam. Die „Jülicher Gesellschaft” sammelte Spenden. Einzelpersonen und Familien, Firmen, Vereine, Gruppen und Jülicher Parteien schlossen sich an und machten eigene Initiativen.

Viele Spenden

Der Ortsverband von Bündnis90/Die Grünen wurde Mitglied der Jülicher Gesellschaft. Der Chef des Jülicher Forschungszentrums, Prof. Dr. Joachim Treusch, damals auch Vorsitzender des Kuratoriums der Jülicher Gesellschaft war, sammelte auf der Kölnstraße. Spenden kamen sogar von überlebenden Jülicher Juden.

Binnen eines Jahres kam der erforderliche Betrag zustande, um das von dem Jüchener Steinmetz Michael Wolf geschaffene Kunstwerk zu finanzieren. Das Kunstwerk sollte im Wege stehen. Aber wo? Letztlich wurde es auf dem Propst-Bechte-Platz errichtet. Im Umfeld der früheren Synagoge, des jüdischen Friedhofs, von Schulen und viel befahrenen Radwegen.

Innerhalb von zwei Jahren war das Projekt vom Bürgerantrag bis zur Einweihung umgesetzt. So entschlossen waren die Befürworter des Mahnmals, das 256 Juden als ermordet namhaft macht. Weitere Forschungen haben die Zahl inzwischen auf fast 300 steigen lassen. Einzelheiten sind dem Buch „entrechtet - entwurzelt - ermordet” zu entnehmen, das 2006 im Boss-Verlag erschien und unter anderem das Mahnmal dokumentiert.
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