Erfolgsmodell Seniorenbeirat: Ein Jahrzehnt voller Aktivitäten

Von: ptj
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Groß war der Andrang beim Festakt in der Schlosskapelle, wo die Gäste und Seniorenbeiratsmitglieder den Vorträgen lauschten. 2. v.l. die stellvertretende Beiratsvorsitzende Gisela Booz. Foto: Jagodzinska
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In Wort und Bild rief Vorsitzende Marlies Keil die Geschichten des Beirats wach. Foto: rief Vorsitzende Marlies Keil die Geschichten des Beirats wach.

Jülich. Stilvoll feierte der Seniorenbeirat der Stadt Jülich in der Schlosskapelle sein zehnjähriges Bestehen mit Ansprachen, Rückblicken, Impressionen und gemeinsamem Ausklang mit Sekt und Häppchen.

Den Grundstein zum Erfolgsmodell legte, wie Dezernentin Katarina Esser in ihrem Beitrag „Hingeschaut“ in Erinnerung rief, ein „Quartett“. Erika Janssen, Rose-Marie Kommnick, Heinz-Theo Syberichs und Joseph Krott hatten sich 2005 auf einem Seniorentag der Stadt Jülich kennengelernt und stellten bereits kurze Zeit später einen Bürgerantrag auf Einrichtung eines Seniorenbeirats. Dadurch brachten sie Bewegung in die jahrelange Diskussion der Befürworter und Gegner der Einrichtung kommunaler Seniorenbeiräte, die nur politisch entschieden werden konnte.

Im November 2005 beschloss der Stadtrat dessen Einrichtung „zum nächstmöglichen Zeitpunkt“. Drei Monate später nahm das neue Gremium, das sich auf die Fahnen geschrieben hatte, „aktiver Fürsprecher der älteren Generation zu sein und konkrete Veränderungen auf den Weg zu bringen“, unter Vorsitz von Anton Königstein seine Arbeit auf. Die Dezernentin hatte folgende Stichpunkte in ihren Vorbereitungsunterlagen für den Fachausschuss als Fazit des ersten Jahres vermerkt: „Sehr umtriebiges Gremium, positive Bilanz, breites Spektrum, hohes Engagement, offen für neue Mitglieder“.

Seit 2008 führt Marlies Keil den Seniorenbeirat, seit 2011 steht Gisela Booz ihr zur Seite. Das Duo stehe gleichermaßen für Kontinuität und Dynamik“.

Vielschichtiges Potenzial

„Liebe Marlies“, startete Bürgermeister Axel Fuchs seine Ansprache, denn er kennt die Vorsitzende seit über 30 Jahren „gut“. Fuchs bescheinigte dem Seniorenbeirat ein „vielschichtiges Potenzial, das dazu beiträgt, unsere Stadt konstruktiv seniorengerecht zu gestalten“. Das ehrenamtliche Engagement habe „beachtliche Ergebnisse hervorgebracht“. Durch Anträge an politische Gremien zu verschiedensten Themen „konnte schon manche Idee konkretisiert werden“, so Fuchs.

Der ausführliche Rückblick auf die Erfolgsgeschichte des Seniorenbeirats oblag Marlies Keil, die keine rechte Vorstellung von einem solchen Gremium hatte, als der evangelische Pfarrer Dr. Thomas Kreßner sie im Januar 2006 gemeinsam mit Inge Krasser dafür vorschlug. „Es war mir vor allem immer wichtig, dass unsere Generation eine Stimme in unserer Kommune hat“, betonte sie.

Sukzessive rief sie die Erinnerung wach, was der Seniorenbeirat in zehn Jahren geleistet hat – und was in der DIN A4-Jubiläumsbroschüre nachzulesen ist. Der Beirat brachte Broschüren heraus, lud ein zu zahlreichen Aktionen, Workshops, Themen- und Vortragsreihen und unterstützte andere Senioren, etwa durch insgesamt 1300 Einkäufe und Erledigungen.

Ein besonderes Erfolgsmodell sind die Seniorentage, die 2007 mit dem Besuch der Rheinlandschau begannen. 2009 organisierte das Gremium sogar eine Seniorenwoche. Weil das „aber nicht das war, was wir uns so vorgestellt haben“, werden seit 2010 wieder Seniorentage im Alten Rathaus abgehalten, mit gemeinsamem Singen, Tanzen, einem kreativen Teil und einem Theater- oder alternativem Präsentationsangebot. Als „Renner“ erwiesen sich auch die Notfallkalender, von denen 5000 Stück vergeben wurden, und die jetzt neu aufgelegt werden.

Herzensangelegenheit

Keil benannte ferner die „sehr vielen Anträge und Diskussionsbeiträge“, die nicht alle erfolgreich waren, insgesamt aber einiges angestoßen haben. „Besonders am Herzen“ liegt Keil die Reihe „Altern mit Kultur“ mit sechs Veranstaltungen pro Semester. Erwähnenswert ist auch das Kooperationsprojekt mit dem Integrationsrat, das „Internationale Kochen“. Einzig die Exkursionen sind „bisher nicht so richtig angekommen“. So besuchten nur je zwölf Senioren die „Farina“ in Köln oder die Brauerei in Welz.

Stimmige Untermalung

Ein hervorragendes musikalisches Jubiläumsgeschenk bereiteten Koloratursopranistin Johanna Kurth, Pianistin Natalja Reznik und das Vororchester des Gymnasiums Zitadelle. Erstere brillierten mit Tanzschlagern wie „Kauf mir einen bunten Luftballon“ oder „Ich wünscht‘, ich wäre ein Huhn“ von den Comedian Harmonists. Letzteres begleitete einfühlsam eingeblendete Stimmungsbilder aus zehn Jahren Seniorenbeirat.

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