Titz - Erfolgreiche Widerspruch gegen Ratsbeschluss rettet Hallenbad Titz

Erfolgreiche Widerspruch gegen Ratsbeschluss rettet Hallenbad Titz

Von: ptj
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Geehrte bei der Jubiläumsfeier: (v.l.) Peter Vollberg, Herbert Flücken, Rudolf Strauch, Gerd Baumann, dahinter sind EWV-Kundenbetreuer Frank von Oppell, Bürgermeister Jürgen Frantzen, Vorsitzender Clemens Roßbach, Landrat Wolfgang Spelthahn und Jakob Waldhausen, ehemaliger Vorsitzender des Kreissportbundes, zu sehen. Foto: Jagodzinska

Titz. „In Titz wurde positive Geschichte geschrieben, entgegen dem landesweiten Trend. Hier haben die Menschen Infrastruktur selbst ausgebaut, das geht nur mit bürgerschaftlichem Engagement“. So resümierte Landrat Wolfgang Spelthahn die Erfolgsgeschichte des Titzer Hallenbades, das am 24. September 2004 feierlich wiedereröffnet wurde.

Ein Rückblick: Das Bad wurde auf Ratsbeschluss vom 11. Juli 2002 geschlossen. Ende September wurde der „Förderverein Hallenbad Titz“ (FHT) gegründet. Im Oktober kam es zum Bürgerbegehren, das der ehemalige Titzer Bürgermeister Josef Nüßer im Dezember für unzulänglich erklärte. Anfang Januar 2003 legte der FHT Widerspruch ein. Ein tragfähiges Konzept wurde dem Landrat vorgestellt, der für den FHT „verschlossene Türen öffnete“.

Ein Kooperationsvertrag zwischen FHT und Gemeinde kam zustande, der Kreissportbund (KSB) stieg mit ins Boot. „Mit 1000 Mitgliedern sind wir der größte Verein in der Gemeinde Titz. Wir funktionieren als Wirtschaftsunternehmen und haben Umsätze im sechsstelligen Bereich“, brachte FHT-Vorsitzender Clemens Roßbach den Erfolg des Modellprojektes auf den Punkt.

„Viele haben gesagt: Das wird kläglich scheitern“, erinnerte der Landrat an die Skepsis. Auch die allererste Reaktion des Kreissportbundes war damals die Einschätzung „Hallenbäder sind Geldvernichtungsmaschinen“. So war es der Landrat, der als erster zu Ehrender aus Roßbachs Händen eine Urkunde erhielt, denn ohne Spelthahn wäre das Projekt kläglich gescheitert. Spelthahn zeichnete die Männer der ersten Stunde aus: Peter Vollberg, der als erster den Vorsitz übernahm, Gerd Baumann als „Techniker der ersten Stunde“, Jakob Waldhausen, ehemaliger Vorsitzender des Kreissportbundes, Herbert Flücken, Rudolf Strauch und Clemens Roßbach.

Neben einer Urkunde erhielten die Geehrten eine Tasse mit Kreismotiven als Sonderanfertigung. Zur Feierstunde, an der sogar der Jülicher Bürgermeister Heinrich Stommel teilnahm, zählte ein Begleitprogramm mit einer vorgeführten Wasserrettung durch die DLRG, Aquagymnastik und Zumba.

Weil, wie Roßbach eingehend betont hatte, „die meiste Arbeit in die Technik gesteckt wird“, führte Hans Görtz durch die technischen Anlagen im Keller. Dank der Energiesparmaßnahmen der vergangenen Jahre wälzen dort hocheffiziente Pumpen das Beckenwasser um.

2008 ging das Blockheizkraftwerk „Dachs“ in Betrieb, das nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung arbeitet und im vergangenen Jahr stolze 17.888,07 Euro einsparte. Die Kosten von 12.543,66 Euro gegengerechnet, ergab sich ein Überschuss von 5344,41 im Rechnungsjahr. 2010 wurde das Hallendach saniert und die Hallenbeleuchtung energiesparend erneuert. Roßbach freut sich nun auf die „spannende Zeit im nächsten Jahr, wo die energetische Schulsanierung mit der Gemeinde gemeinsam betrachtet wird und der Förderverein bestimmt eine aktive Rolle spielen wird“.

Abschließend betonte der Titzer Bürgermeister Jürgen Frantzen die Bestandsgarantie des Vertrages mit der Gemeinde „bis mindestens 2019“. Dabei handelt es sich um die Verlängerung des ersten Nutzungsvertrages zwischen FHT, KSB und Gemeinde, weil „wirtschaftliche Potenziale erkannt und ein kostenneutrales Zuschussmodell ausgearbeitet“ wurde. Der erste Vertrag wäre Ende des Jahres ausgelaufen.

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