Enzyme als Helfer in der Behandlung von Krebs

Von: Kr.
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Über die Anwendung von Enzymen in der Krebstherapie berichtete Dr. Bernhard Ost auf Einladung von Helga Maschke, Vorsitzende des Sonnenwegs Jülich. Foto: Kròl

Jülich. „Ohne Enzyme ist kein einziger Stoffwechselvorgang möglich. Enzyme sind die Zündkerzen des Lebens“, griff Helga Maschke, Vorsitzende des Vereins Sonnenweg, einen Satz aus dem Vortrag von Dr. Bernhard Ost auf.

Der ist Mitglied des ärztlichen Beirates im Verein, Gynäkologe mit einer Praxis für onkologische Komplementärmedizin in Düsseldorf und Vorsitzender der Natum, ein Arbeitskreis der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe.

„Enzyme in der Onkologie“ war Thema seines Vortrages, zu dem ins JuFa eingeladen war. Der Abend ist Teil der Reihe „Gesundheit im Gespräch“, mit dem sich der Verein Gesundheitsvorsorge und -fürsorge widmet. Zunächst ging Dr. Ost auf diverse Enzyme ein und weit in die Geschichte zurück.

Bereits 700 vor Christus ließ der hebräische König Hiskija eine Entzündung an seinem Bein mit Feigenbrei behandeln. Er wusste schon, dass die darin enthaltenen Ficine, wie andere Enzyme auch, entzündungshemmend wirken.

In seinem Vortrag beschäftigte sich Ost in erster Linie mit Bromelain, ein Enzym, das in der Ananas vorkommt, bisher am besten erforscht wurde und dessen Resorptionsrate mit 40 Prozent besonders hoch ist. Über das Zwischenzellgewebe gelangt es ins Körperinnere. In in vitro-Mausmodellen ist ihnen sogar die Hemmung der Metastasenbildung nachgewiesen worden.

Wie dies allerdings auf den Menschen wirkt, so Ost, konnte bisher nicht nachgewiesen werden. Sicher sei aber, dass Bromelain entzündungshemmend wirkt. Es wird bei rheumatischen Erkrankungen eingesetzt, bei Venenerkrankungen, fördert die Fließeigenschaft des Blutes und wird bei Wassereinlagerungen im Gewebe verabreicht.

In der Sportmedizin findet Bromelain Anwendung und mittlerweile eben auch in der Onkologie. So soll Bromelain auf das Zytokinnetzwerk einwirken. Ein Überangebot von Zytokinen fördert das Wachstum der Krebszellen. Hier kann Bromelain regulierend eingreifen. Nachweislich mildert es auch die Nebenwirkungen einer Krebstherapie. „Es verbessert nicht nur die Lebensqualität, kann auch die Metastasenbildung reduzieren und die Überlebenszeit verlängern“, schilderte Ost.

Gute Erfahrungen wurden auch bei Frauen mit Mammakarzinom gemacht, die mit Aromatasehemmern behandelt wurden. Sie verursachen sehr häufig starke rheumatische Beschwerden, die nicht selten zum Abbruch der Therapie führen. Die Nebenwirkungen der Aromatasehemmer wurden durch Bromelain deutlich gemildert, wie eine Natum-Studie belegt.

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