Aldenhoven - Entweder Sintflut oder Langeweile

Entweder Sintflut oder Langeweile

Von: gep
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Die Unwetterzentrale der Alden
Die Unwetterzentrale der Aldenhovener Feuerwehr: Andreas Ziegner (vorne) und Wilfried Thelen an den Foto: gep

Aldenhoven. Weil die Unwetterschäden zunehmen und die Leit-stelle Feuerschutz und Rettungsdienst des Kreises Düren in Stockheim dann schnell überlastet ist, hat jetzt auch die Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde Aldenhoven („Florian Düren 1”) eine Unwetterzentrale, um schnell in Aktion treten zu können, wenn Keller volllaufen, Straßen überflutet oder Bäume entwurzelt werden.

Auf der Galerie unter dem Dach des Feuerwehrgerätehauses im Kernort ist sie geschaffen worden.

Gemeindebrandinspektor Wilfried Thelen ist „besonders stolz darauf, dass sie von den Jungs in Eigenleistung eingerichtet worden ist”. Es ist zwar etwas beengt, und Hünen müssen den Kopf im Funkraum einziehen, doch die Dachkammer erfüllt ihren Zweck. 5000 Euro hatte der Gemeinderat für das Projekt genehmigt. Damit waren aber nur die Materialkosten abgedeckt. Tatkräftige Unterstützung leistete Michael Prell, der als Aldenhovener Trockenbauer nicht nur vom Fach ist, sondern auch zwei Söhne (Simon und Lukas) hat, die seit Kindertagen in der Feuerwehr sind.

„Wir haben einfach mal angefangen”, schildert Thelen. Und so entrümpelten er und Feuerwehrkamerad Andreas Ziegner sowie Klaus Ritzerfeld und Hubert Löwen vom Bauhof in Siersdorf zunächst einmal die Galerie, bevor die Wände eingezogen wurden - für den Funkraum und den direkt angrenzenden Stabsraum. Die IT-Ausstattung besteht aus „aufgemöbelten” PC, die nach fünf bis acht Jahren im Rathaus ausgesondert waren und „für ein wenig Geld flottgemacht” wurden.

So gibt es jetzt zwei Computerarbeitsplätze mit je einem Telefon und einem analogen Funkgerät sowie einen (dritten) PC, der für die Führung des internen Einsatztagebuchs genutzt wird. An der Wand hängt eine Lagekarte mit den taktischen Zeichen etwa für das Löschfahrzeug LF 8/6 in Niedermerz oder den Rüstwagen RW 1.

Besetzt ist die Unwetterzentrale im Bedarfsfall mit einer Dreiermannschaft, die von der zwölfköpfigen IuK-Gruppe (Information und Kommunikation) gestellt wird. Sie werden mit einem Codewort alarmiert, aber „fehlen dann bei den Einsätzen”, erläutert Thelen.

Jetzt gesicherte Datenleitung

Die Notrufe laufen zentral in der Stockheimer Leitstelle ein, die Feuerwehren der Städte und Gemeinden, die auch in Stockheim auf „Überlaufplätzen” personell vertreten sind, müssen dann „die Unwetterlagen abarbeiten”. Die Kommunikation, die bisher per Fax ablief, wird mittlerweile über eine gesicherte Datenleitung bewerkstelligt.

Was die Zahl der Unwettereinsätze betrifft, hat „Aldenhoven im Vergleich zu Jülich noch Glück”, sagt Thelen, aber auch bekannt gefährliche Bereiche.

Wenn es in der Merzbach-Gemeinde brenzlig wird, dann nämlich in Engelsdorf, das schon seit Jahren auf ein funktionierendes Hochwasserschutzsystem wartet, und im Aldenhovener Ortskern. Die große Unbekannte ist natürlich das Wetter, schildert der Gemeindebrandinspektor.

Manchmal verheißen Unwetterwarnungen eine Sintflut, so dass es nur heißt: „Gib Gas, in 20 Minuten ist das Unwetter da.” Und dann „regnet es drei Tropfen, und wir gehen nach zwei Stunden nach Hause.” Es zerre schon an den Nerven, wenn 50 Feuerwehrleute, an einem Arbeitstag oder mitten in der Nacht alarmiert, „sich dann im Gerätehaus die Beine in den Bauch stehen”.

Das IuK-Trio auf der Galerie ist da schon etwas komfortabler untergebracht. Immerhin hat Thelen dort die mattweißen Wände in Wickeltechnik mit einem blauen Ornament-Streifen verziert.
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