Würselen/Jülich - Enttäuschung beim TTC: Außer Spesen nichts gewesen

Enttäuschung beim TTC: Außer Spesen nichts gewesen

Von: js
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Alles war bereít in der Würselener Elmar-Harren-Halle. Die Frickenhausener Absage machte die engagierte Vorarbeit zunichte und ließ die Fans unverrichteter Dinge wieder den Heimweg antreten. Foto: Sauer

Würselen/Jülich. Eigentlich hatten sich ganz Würselen und alle Fans des TTC Indeland Jülich am Sonntag auf ein sportliches Fest sondergleichen gefreut. Zahlreiche ehrenamtliche Helfer hatten in der Elmar-Harren-Halle in Würselen eine vorbildliche Atmosphäre für die Austragung des Tischtennis-Bundesligaspiels zwischen Jülich und Frickenhausen hergerichtet.

Gegen 8 Uhr teilte der TTC Frickenhausen, ein Verein aus Baden-Württemberg, den Verantwortlichen des TTC Jülich mit, dass ihre Profimannschaft witterungsbedingt nicht nach Würselen reisen wird. Enttäuschung machte sich breit.

Im ersten Augenblick mag jeder Verständnis für die Situation der Gäste haben. Klar, wer möchte schon acht Leute in aller Herrgotts Frühe aus der Stuttgarter Gegend bei Glatteis und Schneegestöber mit einem Kleinbus in den tiefenWesten schicken? „Bei näherer Betrachtung ergibt sich allerdings eine etwas differenziertere Sicht.

Der TTC Frickenhausen ist zweifacher Deutscher Meister, er gewann zweimal den Deutschen Pokal und gar einmal den ETTU-Pokal (vergleichbar mit der Europaliga im Fußball); wir reden also über einen absoluten Proficlub, der vielleicht seinen Zenit überschritten hat, aber immer noch in einer hundertprozentigen Profiliga spielt.

In den Bundesligen ist es nicht unüblich, dass, insbesondere in Erwartung einer kritischen Wettersituation, die Auswärtsteams einen Tag früher anreisen und einen Tag vor dem Wettkampf eine Trainingseinheit in der fremden Halle nutzen“, relativiert Jülichs Sprecher Jörg Sauer das scheinbar Unvermeidbare.

Der WSV Würselen habe diese Möglichkeit angeboten, „Frickenhausen blieb zu Hause und wunderte sich am kommenden Morgen bei der Abreise über die dramatischen Wetterverhältnisse“.

„Die Verkehrsprobleme waren Tage vorher bekannt. In solchen Fällen muss man mit öffentlichen Verkehrsmitteln, gegebenenfalls auch einen Tag früher, anreisen. Mir ist in den letzten 40 Jahren in der Bundesliga noch kein derartiger Fall für eine Spielabsage zu Ohren gekommen“, erzählte TTC-Manager Arnold Beginn.

Die Profis des TTC Indeland Jülich standen, trotz teilweise 1000 Kilometer weiter Anreise, zur Verfügung. Indelands slowakischer Nationalspieler Peter Sereda flog am Samstag von Bratislava nach Köln, Hermann Mühlbach reiste aus der Nähe von Dresden an und übernachte in Würselen, die beiden belgischen Nationalspieler Lauric Jean und Martin Allegro hatten die kürzeste Anreise.

Nun wird die Partie mit 6:0 für den TTC Jülich gewertet, womit die Indeländer nun punktgleich mit dem TSV Bad Königshofen die Tabelle der 2. Tischtennis-Bundesliga anführen. Der TTC Frickenhausen wird vom Deutschen Tischtennisbund zu einer Geldstrafe von 1500 Euro verdonnert und machte sich in Würselen keine Freunde.

Seit rund einem Jahr liefen beim frisch fusionierten WSV Würselen die Vorbereitung für die Austragung dieser Partie, die der ambitionierte Verein, quasi als Fusionspräsent, vom TTC Jülich geschenkt bekam. Abgesehen von den vielen Arbeitsstunden der vielen ehrenamtlichen Helfern blieb der Verein auf allen Speisen und Getränken der hübsch hergerichteten Cafeteria sitzen und spendete kurzer Hand alle Nahrungsmittel der Würselener Tafel.

Bereits am Sonntag bot der TTC Indeland Jülich dem WSV die Austragung eines der kommenden Spitzenspiele gegen Bad Königshofen (11.3.) oder gegen Saarbrücken (26.3.) an. Falls an diesen Terminen die Elmar-Harren-Halle von der Stadt Würselen für diese Veranstaltung zur Verfügung gestellt werden kann, kommt es doch noch in Kürze zum sportlichen Leckerbissen in Würselen.

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