Entspanntes Probieren unterm Schirm

Von: hfs.
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Auch der 12. Wein-Sommer war w
Auch der 12. Wein-Sommer war wiederum ein Erfolg. Auf dem Jülicher Schlossplatz herrschte besonders freitags und samstags drangvolle Enge, tausende Besucher kamen an den vier Tagen zum Jahresevent in der Innenstadt. Foto: hfs.

Jülich. Dass der Jülicher Schlossplatz als Veranstaltungsort für ein Weinfest bestens geeignet ist, hat sich erneut bei der zwölften Neuauflage gezeigt. An vier Tagen kamen mehrere tausend Besucher zu den 13 Winzern, die alljährlich auf Initiative des Rheinland-pfälzischen Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten auf Jülichs „grüner Insel” Station machen.

Dass der Zustand des Schlossplatzes den Politikern Sorge bereitet und regelmäßig nach Veranstaltungen für Gesprächsstoff sorgt, hatte sich auch bis in die Pfalz herumgesprochen. So wurde Bürgermeister Heinrich Stommel bei seinem Rundgang nach der offiziellen Eröffnung auch darauf angesprochen. „Er hat mir gesagt, da machen sie sich mal keine Sorgen. Für eine solche Veranstaltung stellen wir den Schlossplatz immer wieder gerne zur Verfügung”, gab Winzer Volker Schäfer das Gespräch wieder.

Der hatte, wie seine Kollegen auch, am Eröffnungstag mehr Kundschaft als in den Jahren zuvor. Regen und kühler Temperatur zum Trotz schmeckte vielen Besuchern der „Sommer-Rosè”, der Grauburgunder oder ein kräftiger Burgunderwein. „Ein Glühwein wäre jetzt auch nicht schlecht”, meinte eine Kundin angesichts von 11 Grad Außentemperatur. „Wir kommen alle Tage, schließlich müssen wir unseren Weinvorrat wieder auffüllen.”

Erstmals das Weinfest entdeckt und dann für mehrere Stunden hängen geblieben war Rolf Weingartz. „Eine tolle Veranstaltung, ich wusste gar nicht, dass Jülich so etwas bietet”, meinte der Geschäftsmann und fügte beinahe entschuldigend hinzu dass er nochmalerweise Biertrinker sei. Im nächsten Jahr will er mit seiner Frau auf jeden Fall dabei sein und hat sich das dritte Wochenende im Juli als Termin des 13. Weinfestes gemerkt.

„Natürlich bin ich auch nächstes Jahr dabei”, sagte Winzer Bodo Eger aus Obrigheim, der sich über die vielen jungen Weintrinker freut. „Dies war am Anfang nicht so. Aber in den letzten Jahren hat sich unser Publikum stark verjüngt.” Was sein Kollegen Thomas Quint von Wintrich an der Mosel bestätigte. „Ich bin sozusagen Gründungsmitglied des Jülicher Weinfestes. Am Anfang hatten wir es schwer. Aber jetzt ist es sicherlich nicht nur für mich das schönste Fest auf unserer Tour.”

War im Vorjahr der Samstag Abend der absolute Renner, erwies sich diesmal der Freitag als Publikumsmagnet. Bei angenehmen Temperaturen waren sehr schnell alle Sitzgelegenheiten belegt, es herrschte reges Gedränge an den Probierständen. „Wir hatten echt zu kämpfen, es war sehr schwer, den Wein auf Trinktemperatur zu halten”, sagte Winzer Schäfer, der für das nächste Jahr bereits Abhilfe geschaffen hat. Ein befreundeter Kunde aus Jülich stellt seinen Kühlwagen zur Verfügung. „Ich will nicht mehr erleben, dass nicht nach der Weinsorte, sondern nur nach kalten Flaschen gefragt wird”, bedauerte er.

Mit diesem Problem kämpften alle Winzer, zudem musste nachts Nachschub von daheim geordert werden. Denn auch am Samstag waren Hunderte Weinfreunde auf dem Schlossplatz, Sitzplätze waren Mangelware.

Unmut erregte bei den hungrigen Gäste das Schlangestehen am Flammkuchenstand. Da musste man sich schon in Geduld üben, auf der gegenüber liegenden Seite am Käsestand waren es die gesalzenen Preise - 100 Gramm für 2,98 Euro - die verärgerten. Über Abhilfe beim Speisenangebot im kommenden Jahr haben sich die Winzer schon unterhalten.

Natürlich wurde auch schon gefachsimpelt, nach der Qualität des Jahrganges 2011 gefragt, denn manchen Sorten des Vorjahres merkte man das Mehr an Säure an. „Auch wenn viele Rebstöcke unter der kalten Sophie am 9. Mai gelitten haben, wir setzen auf einen schönen August mit viel Sonne. Dann kriegen wir wieder unsere Öchsle.” Volker Schäfer schloss sich dem Winzertross an, der in den frühen Morgenstunden am Montag Jülich in Richtung Rheinland-Pfalz verließ. Mitte August wird er wiederkommen, diesmal mit den Lieferungen für seine Kunden.
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