Entsorgerwechsel: In Jülich werden 20.000 Abfalltonnen ausgetauscht

Von: Volker Uerlings
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Der große Tonnentausch in Jülich beginnt schon nächste Woche. Die alten Gefäße werden Ende Oktober eingesammelt. Foto: Uerlings

Jülich. Die Nachricht wurde dem Haupt- und Finanzausschuss am Donnerstag brandaktuell überbracht: Die Stadt Jülich hat mit Wirkung vom 1. November einen neuen Entsorger. Die unmittelbare Folge für die Bürgerschaft ist ein Austausch von 20.000 Restmüll- und Bioabfalltonnen, der schon kommende Woche beginnt.

Am Mittwoch hatte das Oberlandesgericht Düsseldorf die Vergabeentscheidung an die May Biopower GmbH mit Sitz in Jülich für rechtens erklärt und die Anfechtung der Vergabe durch einen Mitbewerber verworfen, wie die Verwaltung mitteilte.

Die Information sorgte bei den Kommunalpolitikern für eine Überraschung, denn der neue Dienstleister aus Jülich war den meisten nicht bekannt. „Ist das so eine Art Briefkastenfirma“, fragte zum Beispiel Hans-Peter Schmitz (SPD), nachdem Beigeordneter Martin Schulz unterrichtet hatte, dass May Biopower über Büroräume im Technologiezentrum verfügt. Nur im übertragenen Sinn, denn Bürgermeister Axel Fuchs erklärte, dass es sich um die Tochter eines Wiesbadener Entsorgungsunternehmens handele.

May Biopower hat bei der europaweiten Ausschreibung mitgeboten und offenbar „den Markt ein bisschen aufgemischt“, sagte Beigeordneter Martin Schulz. Bei der Vergabe erhielt die Firma den Zuschlag für „Los 1“ (Abfalleinsammlung). Bei der Sammlung von Elektro- und Elektronik(alt)geräten in „Los 2“ erhielt der bisherige Komplettanbieter in Jülich, die Schönmackers Umweltdienste GmbH Kempen, den Zuschlag. Die Vergabe sollte eigentlich zum Jahresbeginn 2016 erfolgen, aber durch die Einwände eines Mitbewerbers verzögerte sich das Verfahren. Im Februar 2016 hat die Vergabekammer in Köln die Entscheidung der Stadt bestätigt, in dieser Woche nun das Oberlandesgericht.

Die vorhandenen Abfallbehälter können laut Mitteilung der Stadtverwaltung nicht vom alten Entsorger übernommen werden. Sie informiert: „Beim bevorstehenden Unternehmerwechsel ist ein Tonnentausch erforderlich: Ganz Jülich bekommt 20.000 fabrikneue Bio- und Restmülltonnen. Der neue Unternehmer wird seine Mülltonnen aufstellen und der alte Unternehmer wird seine einsammeln.“ Die Abfuhrtermine blieben unverändert bestehen.

Die neuen Gefäße werden einen Chip enthalten, der bei der Entleerung eingelesen wird. „Das ist Müll-Big-Brother“, scherzte Bürgermeister Axel Fuchs. Martin Schulz wies darauf hin, dass damit auch „keine Tonnen aus dem Baumarkt“ mehr eingesetzt werden können.

In Sachen Tausch brauchen sich die Bürger um fast nichts zu kümmern. Die Stadt: „Die neuen Mülltonnen werden deshalb einfach nur vor die Haustüre gestellt, es braucht niemand dafür zu Hause zu sein. Die alten Tonnen werden bei der jeweils letzten Bio- und Restmüllabfuhr Ende Oktober nach der Leerung eingesammelt.“

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