Enrichment Technology baut in Jülich massiv Stellen ab

Von: gep
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Blick in die Forschung und Ent
Blick in die Forschung und Entwicklung: Auch hier wird Personal abgebaut.

Jülich. Das Hochtechnologieunternehmen Enrichment Technology , Beaconsfield bei London, baut weltweit massiv Stellen ab - auch in Jülich, wo derzeit 500 Mitarbeiter beschäftigt werden. Damit wird das Unternehmen (früher Uranit) im Stetternicher Staatsforst künftig voraussichtlich nicht mehr der größte private Arbeitgeber in Jülich sein.

Der Spezialist für Urananreicherungstechnologie begründet den Personalabbau mit der Marktsättigung. Das Unternehmen, das mit 2000 Mitarbeitern in fünf Ländern Gaszentrifugen für die Herstellung von Kernbrennstoff herstellt, geht davon das, dass die Kapazitätsanpassung „den Verlust hunderter Arbeitsplätze in den kommenden drei Jahren mit sich bringt”, erklärte Guillaume Dureau, Chief Executive Officer von Enrichment Technology.

Auch in Jülich, wo sich die Forschung und Entwicklung (F&E) sowie eine Komponentenfertigung befinden, werde es „einen bedeutenden Rückgang” geben, kündigte die Standortleitung, Hans H. Laschet und Roy Ketting Olivier, an. Mit dem Betriebsrat werde bereits über einen Sozialplan und einen Interessenausgleich verhandelt.

In welcher Größenordnung sich der Personalabbau bewegen werde, ist derzeit noch unklar. Nach Angaben aus der Belegschaft könnte es um den Wegfall von rund 100 Arbeitsplätzen gehen, der schlimmstenfalls bis Ende 2014 erfolgen werde.

Nach Angaben der Standortleitung bleibt F&E auf jeden Fall in Jülich, schrumpft aber ebenfalls. Massiv werde der Stellenabbau in der Fertigung sein. Die von Enrichment Technology produzierten Gaszentrifugen seien wartungsfrei, sehr energieeffizient und zuverlässig, somit „sehr langlebig”, so dass der Ersatzbedarf „nicht hoch” sei. Nach der Installierung mehrerer Großanlagen sei der Markt jetzt gesättigt.

Darauf, so Hans H. Laschet und Roy Ketting Olivier, reagiere Enrichment Technology nun. Allerdings haben, so Dureau, „unerwartete Entwicklungen im weltweiten Kernenergie- und Finanzmarkt” den Anpassungsdruck beschleunigt. Um Kernbrennstoff herstellen zu können, muss in Kaskaden aus einer Vielzahl von Gaszentrifugen der Anteil des leichteren Uran-Isotops U235, das nur zu 0,7 Prozent in Natururan bzw. Uranhexafluorid enthalten ist, auf drei bis fünf Prozent angereichert werden.

Erheblich investiert

Den Standort Jülich hatte Enrichment Technology in den vergangenen Jahren erheblich ausgebaut. Mehr als 80 Millionen Euro wurden investiert, zugleich erhöhte sich die Zahl der Mitarbeiter seit 2007 um 240 auf über 500.

Enrichment Technology ist ein Gemeinschaftsunternehmen der britischen Urenco-Gruppe, die u. a. in Gronau/Westfalen eine Urananreicherungsanlage betreibt, und des französischen Nuklearkonzerns Areva. Sie sind zugleich die einzigen Kunden von Enrichment Technology.

Enrichment Technology sei, so betonen Laschet und Ketting Olivier, ein „wirtschaftlich gesundes Unternehmen”, das stellten schon die Einnahmen aus den Lizenzgebühren sicher. In Jülich arbeite man zudem daran, zusätzlich zu den Hauptaktivitäten ein „völlig anderes Geschäftsfeld” zu erschließen, das losgelöst von der Kernenergie sei und an das Know-how über „schnell drehende Maschinen” anknüpfe.

Es gebe bereits einen Prototypen, der in „relativ kurzer Zeit” zur Marktreife für den Energiesektor gebracht werden solle. Erste Umsätze könnten damit möglicherweise schon 2014 generiert werden. Allerdings werde die damit einhergehende Beschäftigung den jetzt anstehenden Personalabbau nicht kompensieren können.
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